Deutsche Telekom Aktie: KI übernimmt 60 Prozent

Deutsche Telekom nutzt KI bereits im Kundenservice, während Tim Höttges weiteres Wachstum erwartet und die Aktie 21 Prozent unter dem Jahreshoch liegt.

Die Kernpunkte:
  • Höttges sieht KI als Wachstumstreiber
  • Automatisierte Assistenten bearbeiten 60 Prozent
  • Barclays und JPMorgan bleiben positiv
  • Aktie notiert 21 Prozent unter Jahreshoch

Angesichts des demografischen Wandels sieht die Führung der Deutschen Telekom in der Automatisierung den entscheidenden Hebel für künftiges Wachstum. Vorstandschef Tim Höttges bezeichnete künstliche Intelligenz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin heute als das größte Geschenk der Menschheit zu seinen Lebzeiten.

Die Technologie biete dem Wirtschaftsstandort die Chance, bestehende Kompetenzlücken in der Softwareentwicklung zügig zu schließen und die Produktivität zu steigern.

Produktivitätsschub gegen den demografischen Wandel

Hinter dem Vorstoß steht eine fundamentale Verschiebung am Arbeitsmarkt. Eine schrumpfende Zahl an Erwerbstätigen trifft auf eine wachsende Rentnergeneration, was etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzt. Während klassische Routinetätigkeiten zunehmend entfallen, entstehen nach Einschätzung des Konzernchefs neue Aufgabenfelder.

Der Bonner Telekommunikationskonzern verbindet die technologische Transformation jedoch mit klaren Vorgaben für den betrieblichen Einsatz. Höttges mahnte, die Systeme müssten domestiziert und demokratisiert werden, um Missbrauch und Manipulation abzuwehren. Gleichzeitig forderte er mehr gesellschaftliche Zuversicht beim Blick auf wirtschaftliche Baustellen ein, da diese vor allem Fortschritt und Erneuerung signalisierten.

KI im Kundenservice bereits Realität

Im operativen Tagesgeschäft des Bonner Dax-Konzerns nimmt die Technologie bereits einen festen Platz ein. Auf der konzerneigenen Fachmesse Digital X wurde deutlich, dass mittlerweile rund 60 Prozent der Kundenanfragen über automatisierte Assistenten abgewickelt werden. Ohne diese Unterstützung ließe sich die Servicequalität angesichts knapper Personalressourcen kaum aufrechterhalten.

Die Ausrichtung des Konzerns stößt am Markt auf anhaltenden Zuspruch unter Branchenbeobachtern. Das Analysehaus Barclays stuft den Titel mit „Overweight“ ein. Auch die US-Bank JPMorgan führt die Aktie mit einer „Overweight“-Einschätzung in ihren Listen.

Kursabschlag trotz operativer Zuversicht

Zusätzlichen Rückhalt versuchten die Bonner zuletzt über finanzielle Weichenstellungen zu schaffen. Nachdem der Investor Elliott vor gut drei Wochen eine Beteiligung aufbaute, seither verlor der Kurs 4,1 Prozent, steht auch die Kapitalallokation im Fokus der Anleger. Bereits vor über einem Monat wurde das laufende Aktienrückkaufprogramm auf ein Volumen von 5 Milliarden Euro ausgeweitet, seither ging es um 3,6 Prozent abwärts.

Am Aktienmarkt spiegelte sich der strategische Optimismus des Managements zum Wochenausklang allerdings nicht wider. Das Papier der Deutschen Telekom beendete den Handel am Freitag bei 27,15 Euro. Damit liegt der Titel mit einem Abschlag von 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro.

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