Deutsche Telekom Aktie: Mehr Cash, doppeltes Rückkauf-Tempo

Telekom hebt Cashflow-Prognose an und verdreifacht Aktienrückkäufe auf 5 Milliarden Euro. US-Geschäft treibt Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Rückkaufvolumen auf fünf Milliarden erhöht
  • Prognose für Free Cashflow angehoben
  • US-Tochter treibt operatives Ergebnis
  • Deutschlandgeschäft wächst dank WM-Effekt

Ein schwacher Aktienkurs, eine überraschend robuste US-Tochter und ein deutlich aufgestocktes Rückkaufprogramm — die Deutsche Telekom liefert an diesem Donnerstag gleich mehrere Nachrichten auf einmal. Der Bonner Konzern zieht am Kapitalmarkt die Zügel an, während das operative Geschäft im zweiten Quartal 2026 an Fahrt gewinnt.

Wachstum trotz Gegenwind

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 4,4 Prozent auf 29,933 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Deutlich stärker fiel das operative Ergebnis aus: Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro und übertraf die Konsensschätzung von 11,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb dennoch weniger übrig — der Nettogewinn sank um rund sechs Prozent auf etwa 2,5 Milliarden Euro, belastet durch Integrationskosten für UScellular bei T-Mobile US.

Auch auf dem Heimatmarkt lief es besser als gedacht. Der deutsche Umsatz wuchs um 3,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, angetrieben auch vom positiven Effekt der Fußball-Weltmeisterschaft — Analysten hatten hier nur mit einem Prozent Wachstum gerechnet.

Prognose leicht nach oben, Rückkauf deutlich ausgeweitet

Die Erholung bei T-Mobile US schlägt sich direkt in der Konzernprognose nieder. Beim Free Cashflow AL rechnet die Telekom für das Gesamtjahr nun mit rund 20 Milliarden Euro, nach zuvor mehr als 19,8 Milliarden Euro. Die übrigen Ziele bleiben unverändert: ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von rund 2,20 Euro.

Deutlich auffälliger ist der zweite Schritt: Das Aktienrückkaufprogramm für das laufende Jahr wird von 2 auf 5 Milliarden Euro aufgestockt — eine Verdreifachung des ursprünglichen Volumens. Als Begründung nennt das Unternehmen den zuletzt schwachen Kursverlauf. Bislang hat die Telekom in diesem Jahr eigene Aktien im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro zurückgekauft, der Großteil des aufgestockten Volumens steht also noch aus.

Die Kombination aus angehobener Cashflow-Prognose und deutlich größerem Rückkaufvolumen zeigt, wie stark der US-Wachstumsmotor derzeit auf die Bonner Konzernzentrale durchschlägt. Wie schnell die restlichen 3,8 Milliarden Euro des Rückkaufprogramms am Markt platziert werden, dürfte in den kommenden Monaten sichtbar werden.

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