Deutsche Telekom Aktie: Polen-Deal über 1 Mrd. Euro

Telekom kauft für rund 1 Mrd. Euro die polnischen Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea. Der Abschluss wird nach Kartellprüfung Ende 2026 erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenschwere Übernahme in Polen
  • Glasfasernetz für 1,4 Mio. Haushalte
  • Abschluss nach Kartellprüfung erwartet
  • Aktienrückkauf um 3 Mrd. Euro aufgestockt

Die Deutsche Telekom treibt über ihre Tochter T-Mobile Polska den Ausbau des polnischen Breitbandgeschäfts voran. Am Montag vereinbarte das Unternehmen den Erwerb der Glasfaser- und Breitbandanbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für rund 1 Mrd. Euro. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe, der Abschluss wird erst für Ende 2026 erwartet.

Mit der Transaktion würde die Telekom ein Glasfasernetz übernehmen, das 1,4 Mio. Haushalte erreicht, sowie mehr als 300.000 Bestandskunden. T-Mobile Polska will damit den Wandel zum konvergenten Anbieter abschließen, der Mobilfunk, Festnetz und Internet aus einer Hand anbietet. Bis zur endgültigen Freigabe bleibt offen, ob und mit welchen Auflagen die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Rückkauf und Zahlenwerk als Hintergrund

Der Polen-Deal fällt in eine Phase, in der die Telekom ohnehin im Fokus der Anleger steht. Vor rund zwei Wochen hatte der Vorstand das Aktienrückkaufprogramm für 2026 um bis zu 3 Mrd. Euro auf ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Mrd. Euro aufgestockt und dies mit der aus eigener Sicht attraktiven Bewertung der Aktie begründet. Seither hat sich das Papier um 2,5 Prozent verteuert.

Zugrunde liegen dieser Einschätzung robuste Quartalszahlen: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Mrd. Euro, das bereinigte EBITDA AL kletterte um 7,5 Prozent auf 11,82 Mrd. Euro.

Der bereinigte Nettogewinn wuchs um 11,1 Prozent auf 2,78 Mrd. Euro. Der Konzern hob zudem die Prognose für den freien Cashflow nach Leasingverbindlichkeiten für das Gesamtjahr auf rund 20 Mrd. Euro an.

Kursverlauf bleibt volatil

Am heutigen Donnerstag gibt die Aktie um 0,9 Prozent auf 28,87 Euro nach, nachdem sie am Mittwoch noch bei 29,13 Euro geschlossen hatte. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 7,7 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Konsolidierung eher kurzfristiger Natur ist als Ausdruck grundlegender Zweifel am Kurs des Konzerns.

Belastend wirkt weiterhin die Unsicherheit rund um eine mögliche Neuordnung der Konzernstruktur. Der Barclays-Analyst Mathieu Robilliard senkte am 10. August das Kursziel von 36 auf 35 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“ und verwies explizit auf diese offenen Fragen.

UBS bestätigte am selben Tag nach Auswertung der Quartalszahlen ihre Einschätzung und sah in der Ausweitung des Aktienrückkaufs den wesentlichen Kurstreiber für das Papier.

Blick nach vorn

Für weitere Impulse dürfte der für den 5. Oktober angesetzte Investorentag sorgen, bei dem der Konzern Geschäftschancen durch Künstliche Intelligenz thematisieren will. Am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Bis dahin bleibt der Polen-Deal als unbestätigte, aber strategisch bedeutsame Wachstumsoption im Blick der Anleger – ihr endgültiger Vollzug hängt an der Zustimmung der Kartellbehörden.

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