Deutsche Telekom Aktie: Razzia erschüttert Glasfaser-Sparte

Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bestechung belasten das milliardenschwere Glasfaserprogramm der Deutschen Telekom. Die Aktie verliert deutlich an der Börse.

Die Kernpunkte:
  • Razzia bei Mitarbeiter der Telekom Technik GmbH
  • Verdacht auf Schmiergeldzahlungen für Bauaufträge
  • Aktienkurs fällt auf technisch angespanntes Niveau
  • Wichtige Termine mit Tarifverhandlungen und T-Mobile-Ergebnis

Ein Korruptionsverdacht trifft die Telekom an einer empfindlichen Stelle. Heute Morgen durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamts rund 40 Wohn- und Geschäftsräume sowie Bankschließfächer — überwiegend im Ruhrgebiet, am Niederrhein und im Rheinland. Im Mittelpunkt: ein Mitarbeiter der Telekom Technik GmbH.

Was die Ermittler vorwerfen

Dem 37-jährigen Beschäftigten wird vorgeworfen, einem Bauunternehmen systematisch Aufträge für den Glasfaserausbau zugeschoben und dafür Schmiergelder kassiert zu haben — Berichten zufolge drei Prozent der jeweiligen Auftragssumme. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall“ gegen insgesamt zehn Beschuldigte, die meisten davon auf Seiten der Baufirma.

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Eingefroren werden soll Vermögen von über einer halben Million Euro. Unterlagen und Datenträger wurden sichergestellt.

Bemerkenswert dabei: Die Telekom selbst hatte nach einem anonymen internen Hinweis ermittelt und den Fall anschließend zur Anzeige gebracht. Das spricht für funktionierende Compliance-Strukturen — ändert aber nichts daran, dass der Vorfall ausgerechnet das Milliardenprogramm zum Glasfaserausbau belastet, das zu den strategischen Kerninvestitionen des Konzerns zählt.

Technisch ohnehin unter Druck

An der Börse kam die Nachricht zur Unzeit. Die Aktie verlor heute rund 2,5 Prozent und schloss bei 28,82 Euro — ein Niveau, das technisch bereits angespannt ist. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei knapp 29,75 Euro, die Aktie notiert also darunter. Vom Hoch aus dem Frühjahr 2025 bei rund 35,90 Euro fehlen noch immer gut 20 Prozent.

Die nächste Unterstützungszone liegt bei etwa 28,50 Euro. Hält sie nicht, rückt das 52-Wochen-Tief um die 26,00 Euro in den Blick. Nach oben wäre ein Anstieg über 30,50 Euro das erste klare Erholungssignal.

Abseits der heutigen Schlagzeile stehen in den kommenden Tagen ohnehin richtungsweisende Termine an: Am 27. April laufen die Tarifverhandlungen mit ver.di weiter, wo Forderungen von 6,6 Prozent auf dem Tisch liegen. Einen Tag später, am 28. April, präsentiert die US-Tochter T-Mobile ihre Quartalszahlen — für die Telekom mit gut 53 Prozent Anteil der mit Abstand wichtigste Ergebnistreiber. Ob die Korruptionsaffäre bis dahin in den Hintergrund rückt oder weiter auf die Stimmung drückt, hängt auch davon ab, wie tief der Vorfall in die Vergabestrukturen der Infrastruktursparte hineinreicht.

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