Deutsche Telekom Aktie: SpaceX greift US-Markt an
SpaceX erwarb Frequenzen für einen möglichen US-Mobilfunkdienst; die FCC muss dem Deal noch zustimmen.

- Telekom-Aktie verliert vorbörslich rund fünf Prozent
- SpaceX erwarb Frequenzen im 800-Megahertz-Band
- FCC-Zustimmung zum Frequenzgeschäft steht noch aus
- Starlink erzielte 4,29 Milliarden Dollar Quartalsumsatz
Ein Frequenzdeal in den USA setzt die Telekom-Aktie zum Wochenschluss unter Druck. Vorbörslich war das Papier auf Tradegate mit einem Minus von rund fünf Prozent größter Verlierer im DAX. Auslöser ist die Aussicht auf einen neuen Rivalen im wichtigsten Auslandsmarkt des Konzerns.
Was SpaceX vorhat
SpaceX hat Lizenzen für ein Niedrigbandspektrum erworben und will gemeinsam mit seinen Starlink-Satelliten zum landesweiten Mobilfunkanbieter werden. Konkret geht es um ein Frequenzportfolio von Grain Management mit bis zu 14 Megahertz gepaarter Frequenzen im 800-Megahertz-Band. Die US-Aufsicht FCC muss dem Geschäft noch zustimmen.
Die Frequenzen könnten eine technische Lücke bei Starlink Mobile schließen. Bisher setzt der Dienst vor allem auf die Verbindung zwischen Satelliten und kompatiblen Smartphones. Mit zusätzlichem Spektrum und ergänzenden Sendemasten ließe sich das Angebot ausbauen. Branchenexperten verweisen allerdings auf Grenzen: Die Versorgung von Gebäuden in dicht besiedelten Städten bleibt schwierig, und das Spektrum allein ersetzt kein etabliertes Netz.
Die US-Anbieter geraten gleichzeitig unter Druck
T-Mobile US verlor an der Nasdaq umgerechnet etwa sieben Prozent. Die Konkurrenten AT&T und Verizon büßten nachbörslich 6,6 beziehungsweise 5,7 Prozent ein. SpaceX-Papiere legten auf Tradegate gut drei Prozent zu.
Ein Händler sieht die Lage so: Die Wettbewerbssituation auf dem lukrativen US-Markt könnte sich für die alteingesessenen Anbieter verschärfen. Der Zeitpunkt fällt auf. Erst vergangene Woche hatten AT&T, Verizon und T-Mobile ein Gemeinschaftsunternehmen für Satellitenverbindungen in schlecht versorgten Gebieten angekündigt, ohne SpaceX. Dieses geht nun offenbar eigene Wege, statt auf Kooperationen mit den Netzbetreibern zu setzen.
Starlink liefert dafür das finanzielle Fundament: Im zweiten Quartal erzielte der Dienst 4,29 Milliarden Dollar Umsatz und ein operatives Ergebnis von 1,66 Milliarden Dollar. Ende Juni zählte er zwölf Millionen Kunden.
Telekom zwischen Partner und Rivale
Über T-Mobile US ist der Bonner Konzern im US-Geschäft stark vertreten. Sollte SpaceX sein Satellitenangebot zu einem eigenständigen Mobilfunkdienst ausbauen, träfe die Telekom dort nicht mehr nur auf einen Partner, sondern zunehmend auf einen Wettbewerber.
Die Auswirkungen lassen sich derzeit nicht beziffern. SpaceX hat keinen Starttermin für erweiterte Dienste genannt, der Frequenzdeal wartet auf die FCC-Genehmigung, und der Aufbau ergänzender Infrastruktur dauert. Entscheidend für die Einordnung ist deshalb zunächst die Entscheidung der Aufsichtsbehörde.
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