Deutsche Telekom Aktie: SpaceX lauert als neuer Mobilfunk-Rivale

Trotz besserer Quartalswerte und höherer Jahresziele gerät die T-Aktie durch den geplanten Rückkauf und US-Konkurrenz unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und operativer Gewinn übertrafen Analystenschätzungen
  • Telekom hebt 2026er Ziele erneut leicht an
  • Aktienrückkauf 2027 bis zwei Milliarden Euro geplant
  • SpaceX könnte T-Mobile US Konkurrenz machen

Starke Zahlen, höhere Prognose, steigende Dividende — und trotzdem rutscht die T-Aktie ins Minus. Der Grund liegt zum Teil jenseits des Atlantiks: Bei der US-Tochter T-Mobile US wächst die Sorge vor einem neuen Wettbewerber.

Zahlen über den Erwartungen

Im dritten Quartal legte der Umsatz um 7,5 Prozent auf gut 31 Milliarden Euro zu, organisch waren es 5,5 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda AL) stieg um knapp zehn Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro. Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen der Analysten.

Der Konzern hebt daher die Prognose für 2026 erneut leicht an. Das Ebitda AL soll nun bei rund 47,6 Milliarden Euro liegen, der freie Cashflow AL bei rund 20,1 Milliarden Euro. Den bereinigten Gewinn je Aktie sieht die Telekom unverändert bei etwa 2,20 Euro.

Treiber ist vor allem T-Mobile US. Die Tochter steigerte ihre Serviceumsätze um 6,3 Prozent und gewann 274.000 Kundenkonten. In Deutschland wuchs der Umsatz um 3,9 Prozent, bei Breitbandanschlüssen gab es ein Plus von 11.000 Kunden nach einem Minus im Vorjahresquartal.

Rückkauf unter den Erwartungen

Die Dividende soll um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Das kam nicht überraschend, manche Analysten hatten sogar mit etwas mehr gerechnet. Für 2027 plant die Telekom zudem einen Aktienrückkauf von bis zu zwei Milliarden Euro.

Genau hier setzt die Enttäuschung an. Laut Citigroup-Analyst Carl-Murdock Smith lag die durchschnittliche Markterwartung bei drei Milliarden Euro.

Druck aus den USA

Die Aktie gab zuletzt rund drei Prozent auf etwa 25,90 Euro nach und gehörte zu den wenigen Verlierern im Dax. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut sechs Prozent zu Buche, während der Leitindex zulegte.

Mitverantwortlich ist der Kursrückgang bei T-Mobile US. SpaceX, kontrolliert von Elon Musk, hat Mobilfunkfrequenzen erworben und könnte sich als weiterer Konkurrent etablieren. Die Telekom hält etwas mehr als die Hälfte an der US-Tochter, dieses Paket ist umgerechnet über 80 Milliarden Euro wert. Das ist ein großer Teil der Marktkapitalisierung von rund 127 Milliarden Euro.

Im Hintergrund läuft zudem der Plan einer Komplettfusion mit T-Mobile US. Konzernchef Timotheus Höttges treibt ihn Berichten zufolge weiter voran und sucht Rückhalt bei Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung, die knapp 30 Prozent der Aktien hält. Zuletzt hieß es allerdings, Widerstand von Gewerkschaften und einigen Investoren habe das Vorhaben auf Eis gelegt.

Die neun zuletzt erfassten Analysten sehen Kursziele zwischen 28 und 40 Euro. Selbst das untere Ende liegt damit über dem aktuellen Kurs.

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