Deutsche Telekom Aktie: Sprachmodell Soofi S führt deutsche Benchmarks
Die Deutsche Telekom trainiert ihr KI-Modell „Soofi S“ in München und erreicht Spitzenwerte bei deutschen Sprachbenchmarks, während die Aktie unter Druck bleibt.

- Eigenes KI-Modell „Soofi S“ trainiert
- Spitzenplatz bei deutschen Sprachbenchmarks
- Strategie zur Unabhängigkeit von US-Clouds
- Aktie zeigt gemischte Kursentwicklung
Die Deutsche Telekom trainiert ihr eigenes Sprachmodell in einer Cloud in München. Der Name: „Soofi S“. Laut aktuellen Berichten liegt es jetzt an der Spitze deutscher Sprachbenchmarks.
Das ist mehr als ein Technik-Detail. Es zeigt, wie ernst der Konzern sein KI-Geschäft nimmt.
Ein Modell mit Stärken und Schwächen
„Soofi S“ bringt 31,6 Milliarden Parameter mit. Trainiert wurde es mit 27 Billionen Token. Dafür liefen 253.000 GPU-Stunden auf B200-Chips.
Der erste Platz in deutschen Sprachbenchmarks ist ein starkes Signal. Allerdings zeigt das Modell noch Schwächen: bei komplexer Mathematik und bei sehr langen Texten über 32.000 Token sinkt die Trefferquote. Eine kommerzielle Lizenz gibt es bisher nicht.
Strategie: Weg von den US-Hyperscalern
„Soofi S“ ist kein Einzelprojekt. Die Telekom will ihr B2B-Geschäft stärken und unabhängiger von großen US-Cloud-Anbietern werden.
Den Grundstein legte die Telekom-Tochter T-Systems bereits im Februar 2026. Zusammen mit NVIDIA startete sie eine „Industrial AI Cloud“ in München. Das Ziel: europäischen Firmen KI-Anwendungen nach lokalen Datenschutzregeln anbieten.
Die Partnerschaft mit NVIDIA war schon im November 2025 angekündigt worden. Sie reagiert auf einen klaren Trend. Immer mehr Unternehmen wollen sensible Daten aus globalen Cloud-Systemen zurück in lokale Strukturen holen.
Parallel dazu baut die Telekom ihr Glasfasernetz weiter aus. Zuletzt wurden Projekte in Blaubeuren und Zolling angeschlossen. Am 16. Juli folgt der nächste Spatenstich – in Berlin-Heiligensee und Konradshöhe.
Der Kurs bleibt unter Druck
Die Aktie notiert aktuell bei 26,79 Euro, ein Plus von 0,22 Prozent zum Vortag. Über sieben Tage steht ein Kursgewinn von 3,84 Prozent zu Buche. Die längere Sicht zeigt aber ein anderes Bild: Seit Jahresanfang liegt die Aktie 3,88 Prozent im Minus, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar 12,51 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro aus Ende Februar trennen den Kurs noch 22 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro von Ende Juni hat die Aktie dagegen bereits fast 14 Prozent Abstand gewonnen. Der RSI von 53,6 deutet auf eine neutrale Marktlage hin, weder überkauft noch überverkauft.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Telekom aus „Soofi S“ tatsächlich ein kommerzielles Produkt macht. Bislang bleibt das Modell ein technologisches Aushängeschild ohne Lizenzgeschäft. Der Erfolg der KI-Strategie hängt davon ab, wie schnell sich das ändert.
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