Deutsche Telekom Aktie: T-Mobile US baut 4.671 Stellen ab

Die Telekom reduziert weltweit ihre Belegschaft um über 6.000 Stellen, vor allem bei T-Mobile US. Integrationskosten der UScellular-Übernahme drücken den Nettogewinn, während Analysten das Kursziel leicht senken.

Die Kernpunkte:
  • Konzernweiter Stellenabbau von 6.283 Positionen
  • T-Mobile US streicht 4.671 Arbeitsplätze
  • Nettogewinn sinkt um sechs Prozent
  • Barclays senkt Kursziel auf 35 Euro

Die Deutsche Telekom bestätigte am Montag gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC einen konzernweiten Stellenabbau um 6.283 Positionen seit Jahresbeginn. Weltweit beschäftigt der Bonner Konzern damit noch 191.796 Mitarbeiter. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung liegt jenseits des Atlantiks: T-Mobile US hat im ersten Halbjahr 4.671 Stellen gestrichen, das entspricht rund 6,7 Prozent der US-Belegschaft.

Der Mutterkonzern begründet den Abbau mit der sogenannten „Workforce Transformation“. Nach der Integration der UScellular-Vermögenswerte müssten Doppelstrukturen abgebaut werden. Die Größenordnung zeigt, wie tief die Übernahme in die Organisation von T-Mobile US eingreift – und wie viel Integrationsarbeit noch vor dem Unternehmen liegt.

Integrationskosten belasten den Gewinn

Diese Kosten hinterlassen bereits Spuren in der Bilanz. Bei der Vorlage der Quartalszahlen vor rund einer Woche meldete die Telekom einen um 6 Prozent gesunkenen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro – trotz eines organischen Umsatzwachstums von 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro und eines um 7,5 Prozent gestiegenen bereinigten EBITDA AL von 11,8 Milliarden Euro.

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und schwächerem Nettogewinn erklärt sich maßgeblich durch die Integrationslasten der UScellular-Übernahme, die sich nun auch personell in den USA niederschlagen.

Der Stellenabbau fällt zudem in eine Phase, in der die Beziehung zwischen dem deutschen Konzern und seiner US-Tochter ohnehin unter Spannung steht. Erst am vergangenen Sonntag wurde bekannt, dass US-Führungskräfte und institutionelle Minderheitsaktionäre einer vollständigen Fusion mit der deutschen Mutter ablehnend gegenüberstehen – begründet mit unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten beider Unternehmen.

Der Kurs gab seither um 2,5 Prozent nach. Ein harter Sparkurs bei T-Mobile US dürfte diese Debatte kaum entschärfen, da er die operative Eigenständigkeit der US-Tochter zusätzlich unterstreicht.

Analysten bleiben trotz Strukturfragen zuversichtlich

Die Barclays-Analysten senkten am Dienstag ihr Kursziel für die Telekom-Aktie von 36 auf 35 Euro, bestätigten aber die Einstufung „Overweight“. Als Grund nannte Analyst Mathieu Robilliard Unsicherheiten rund um die geplante Neuordnung der Konzernstruktur – ein Verweis, der angesichts der Personalabbau-Meldung und der Fusionsdebatte an Brisanz gewinnt.

Blick auf den Kurs

Die Aktie notiert vorbörslich bei 28,27 Euro und damit 0,5 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs von 28,14 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Rückgang von 3,1 Prozent, während sich das Papier über 30 Tage um 6,2 Prozent verbessert hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, bleibt die Aktie noch 18 Prozent entfernt.

Für Anleger bündelt der Personalabbau in den USA gleich mehrere offene Fragen: Wie teuer wird die UScellular-Integration am Ende wirklich, und wie stabil bleibt das Verhältnis zur größten Konzerntochter? Antworten könnte der für den 5. November angesetzte Bericht zum dritten Quartal liefern, während der für den 5. Oktober geplante „AI Investor Event“ den strategischen Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz lenken soll.

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