Deutsche Telekom Aktie: T-Mobile US verfehlt Margin-Ziel

JPMorgan senkt Kursziel, während Goldman Sachs und Morgan Stanley auf langfristige Chancen setzen. Die Aktie zeigt sich trotz Wochenverlust fester.

Die Kernpunkte:
  • Gegensätzliche Analystenmeinungen zur Telekom
  • T-Mobile US übertrifft Quartalserwartungen
  • Margendruck im US-Mobilfunkmarkt steigt
  • Starlink-Partnerschaft als strategischer Baustein

Die Deutsche Telekom bleibt ein Fall für Analysten mit gegensätzlichen Meinungen. Während JPMorgan sein Kursziel für den Bonner Telekomkonzern senkte, sehen Goldman Sachs und Morgan Stanley weiterhin langfristiges Potenzial. Zum Ende der Handelswoche zeigte sich die Aktie dennoch fester: Am Freitag stieg das Papier um 1,54 Prozent auf 26,45 Euro.

Uneinige Analysten, ein Kursverlust

Auslöser der jüngsten Diskussion war die Kurszielsenkung von JPMorgan, die am Montag zu Wochenbeginn auf den Kurs drückte. Das Bankhaus reduzierte seine Zielmarke für die Telekom-Aktie, hält aber an seiner Kaufempfehlung fest. Goldman Sachs und Morgan Stanley widersprachen dieser vorsichtigeren Einschätzung und verwiesen auf das langfristige Potenzial des Konzerns. Über die Handelswoche summierte sich für die Aktie dennoch ein Verlust von 2,04 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 4,82 Prozent zu Buche.

Deutsche Bank Research bekräftigte unterdessen seine positive Haltung. Analyst Robert Grindle beließ die Einstufung bei „Buy“ und bestätigte ein Kursziel von 40 Euro. Als Argument nannte er die Zahlen und den Ausblick der US-Tochter T-Mobile US, die das Vertrauen in die Konzernstrategie stützen.

T-Mobile US liefert Rückenwind – mit Einschränkungen

Die US-Tochter meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 22,8 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar, womit die Erwartungen der Analysten übertroffen wurden. Allerdings fiel die Nettomarge von zuvor 14,5 auf 11,5 Prozent – ein Signal für zunehmenden Margendruck im hart umkämpften US-Mobilfunkmarkt. Für die Deutsche Telekom als Mehrheitseigner bleibt T-Mobile US dennoch ein wesentlicher Werttreiber, wie die Reaktion von Deutsche Bank Research zeigt.

Der US-Markt insgesamt bleibt in Bewegung: Konkurrent Verizon meldete im selben Quartal einen Umsatz von 34,3 Milliarden US-Dollar, verfehlte damit die Erwartungen leicht, übertraf jedoch beim bereinigten Gewinn je Aktie die Prognosen und hob seine Jahresprognose an. Für die Deutsche Telekom lässt sich daraus vor allem ablesen, dass der US-Wettbewerb intensiv bleibt und Margen branchenweit unter Beobachtung stehen.

Satelliten-Partnerschaft und charttechnisches Bild

Strategisch sorgte zudem die Partnerschaft mit SpaceX und dessen Starlink-Netzwerk für Aufmerksamkeit. Sie soll Satelliten-Mobilfunk ermöglichen und gilt als weiterer Baustein im Ausbau der Netzabdeckung – ein Thema, das die Analysten in ihre grundsätzlich positive langfristige Einschätzung einbeziehen, auch wenn es den kurzfristigen Kursverlauf nicht stützen konnte.

Charttechnisch zeigt sich das Bild angeschlagen: Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das die Aktie Ende Februar erreicht hatte, beträgt der Abstand mittlerweile 23 Prozent. Der jüngste Rücksetzer reiht sich damit in einen Abwärtstrend ein, der bereits seit Monaten anhält. Anleger müssen die widersprüchlichen Analystensignale und den Margendruck bei der US-Tochter gegen die von mehreren Häusern betonte langfristige Substanz des Konzerns abwägen.

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