Deutsche Telekom Aktie: T-Mobile-US-Wachstum bricht um 13 Prozent ein
Mehrere Banken reduzieren die Kursziele der Deutschen Telekom vor dem Halbjahresbericht. Hauptgrund sind abgeschwächte Wachstumsaussichten der US-Tochter T-Mobile US.

- Kursziele von drei Banken gesenkt
- T-Mobile-US-Kundenzuwachs bricht ein
- Aktienrückkauf läuft unvermindert weiter
- Halbjahreszahlen am 6. August erwartet
Wenige Tage vor der Vorlage der Halbjahreszahlen wächst der Druck auf die Deutsche Telekom von einer unerwarteten Seite: Gleich mehrere Analystenhäuser haben ihre Kursziele für den Bonner Konzern gesenkt, weil sie der US-Tochter T-Mobile US schwächeres Wachstum zutrauen als bislang angenommen. Am 6. August legt der Konzern seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor – ein Termin, der nun unter verschärfter Beobachtung steht.
Kursziele im Sinkflug
JPMorgan senkte am 27. Juli das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40,00 auf 38,00 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“. Als Grund nannte die US-Investmentbank reduzierte Erwartungen an das operative Ergebnis von T-Mobile US. Die Deutsche Bank war drei Tage zuvor mit einer ähnlichen Begründung vorangegangen und hatte ihr Kursziel von 42,00 auf 40,00 Euro zurückgenommen, ebenfalls bei unveränderter „Buy“-Empfehlung.
Die DZ Bank zog am 28. Juli nach und senkte den fairen Wert für die Deutsche Telekom von 37,00 auf 35,00 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Einen Tag zuvor hatte das Analystenhaus bereits den fairen Wert für die US-Tochter T-Mobile US von 250,00 auf 240,00 US-Dollar zurückgeschraubt. Der Tenor bei allen drei Häusern bleibt trotz der Kürzungen positiv – die Sorge gilt weniger dem Konzern selbst als dessen wichtigstem Wachstumstreiber jenseits des Atlantiks.
T-Mobile US bremst das Wachstum
Der Auslöser der Zurückhaltung liegt in den jüngsten Zahlen der US-Tochter. T-Mobile US meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,99 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen. Deutlich weniger erfreulich fiel jedoch die Kundenentwicklung aus: Das Wachstum bei neuen Postpaid-Kunden brach im Vorjahresvergleich um 13 Prozent ein. Für Anleger der Deutschen Telekom ist das relevant, weil T-Mobile US traditionell einen Großteil des Konzernwachstums trägt.
Zusätzliche Unsicherheit bringt ein strategisches Vorhaben mit sich, über das im Juni berichtet wurde: Reuters und die dpa meldeten, dass die Deutsche Telekom ihren Anteil an T-Mobile US von rund 54 Prozent auf 100 Prozent aufstocken möchte, dabei aber auf Widerstand im US-Management und bei nationalen Regulierungsbehörden stößt. Die schwächeren Kundenzahlen dürften diese Verhandlungsposition kaum erleichtern.
Rückkaufprogramm läuft weiter
Unabhängig von der Debatte um T-Mobile US treibt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm voran. Zwischen dem 1. und dem 24. Juli erwarb der Konzern über die Börse Xetra gut 5,03 Millionen eigene Aktien. Am 31. Juli veröffentlichte das Unternehmen zudem eine Korrektur zur zugehörigen Stimmrechtsmitteilung – ein rein verfahrenstechnischer Vorgang, der am grundsätzlichen Kurs des Rückkaufs nichts ändert.
Blick auf den 6. August
Der Markt hat die Kursziel-Senkungen bislang moderat verarbeitet. Am Freitag schloss die Aktie bei 26,85 Euro, nach einem Tagesminus von 0,63 Prozent. Über die vergangenen 30 Handelstage steht dennoch ein Plus von 10,49 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung trotz der Analystenkorrekturen intakt bleibt. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom 27. Februar fehlen dem Papier aktuell allerdings noch rund 21,83 Prozent.
Für den Bericht am Donnerstag rechnet der Analysten-Konsens mit einem Quartalsumsatz von 29,955 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA AL von 11,702 Milliarden Euro. Ob T-Mobile US die Wachstumssorgen entkräften kann oder die Zurückhaltung der Analysten bestätigt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie der Markt die Zahlen aufnimmt.
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