Deutsche Telekom Aktie: Tarifabschluss bis Ende 2028

MagentaTV feiert Zuschauerrekorde zur WM, während die Telekom-Aktie wöchentlich Verluste verzeichnet. Tarifabschluss bringt Planungssicherheit.

Die Kernpunkte:
  • MagentaTV mit Rekordzahlen zur WM
  • Tarifstreit mit ver.di beigelegt
  • Aktie fällt trotz operativer Stärke
  • Q2-Zahlen im August erwartet

Die WM läuft — und MagentaTV bricht Rekorde. Trotzdem verliert die Deutsche Telekom Aktie allein in dieser Woche fast sechs Prozent. Ein ungewöhnliches Bild.

Millionen vor den MagentaTV-Bildschirmen

36 Millionen Menschen verfolgten die ersten sieben WM-Turniertage auf den drei MagentaTV-Kanälen. Das Exklusivspiel Frankreich gegen Senegal erreichte in der Spitze 6,5 Millionen Zuschauer — eine neue Bestmarke für den Streaming-Dienst.

Auch die Abonnementzahlen ziehen an. Im Vergleich zur Heim-EM 2024 verkaufte die Telekom mehr als doppelt so viele Abonnements für MagentaTV. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Beim Auftaktspiel der deutschen Elf erreichte der mobile Datendurchsatz im Telekom-Netz 2.700 Gigabit pro Sekunde — ebenfalls ein neues Allzeithoch.

MagentaTV zeigt als einziger Anbieter alle 104 WM-Spiele live, 44 davon exklusiv. Das Turnier läuft bis Mitte Juli. In der K.-o.-Runde sind weitere Reichweitenrekorde realistisch.

Tarifstreit beigelegt

Parallel dazu fiel am 19. Juni die letzte formale Entscheidung im Tarifstreit. Die ver.di-Tarifkommission stimmte dem Ergebnis einstimmig zu.

Der Abschluss gilt für rund 60.000 Beschäftigte und läuft 33 Monate bis Ende 2028. Das Lohnplus beträgt laut ver.di insgesamt rund 8,5 Prozent. Das monatliche Zusatzentgelt steigt in zwei Schritten: im August 2026 auf 340 Euro, im Juli 2027 auf 480 Euro. Im Juni 2028 erhöhen sich die Entgelttabellen um 2,4 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die gesamte Laufzeit ausgeschlossen.

Für die Aktionäre bedeutet das vor allem Planungssicherheit. Der größte Kostenblock — Personal — ist nun für fast drei Jahre kalkulierbar.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die operative Lage ist solide. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL wuchs um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Der Konzern hob daraufhin die Jahresziele an: rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA AL und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow AL.

Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Mit 26,72 Euro notiert die Aktie rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar 2026 — und nur knapp drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Der RSI liegt bei 33,3 und signalisiert eine technisch überverkaufte Lage.

Am 6. August 2026 veröffentlicht die Telekom ihre Q2-Ergebnisse. Dann zeigt sich, ob der WM-Boost bei MagentaTV auch in den Konzernzahlen sichtbar wird — und ob das die Lücke zwischen operativer Stärke und Kursschwäche schließt.

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