Deutsche Telekom Aktie: Tarifvertrag bis Ende 2028 besiegelt

Trotz hoher Dividende und Aktienrückkäufen leidet die Telekom-Aktie unter Zinsängsten. Analysten sehen Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenschwere Ausschüttungen an Aktionäre
  • Tarifeinigung bringt Planungssicherheit
  • US-Zinsangst drückt auf den Kurs
  • Charttechniker sehen Bodenbildungschancen

Starke Fundamentaldaten, üppige Ausschüttungen und planbare Kosten – eigentlich liefert die Deutsche Telekom alles, was Investoren schätzen. Die Börse honoriert das derzeit allerdings wenig. Bei Europas größtem Telekommunikationskonzern klaffen operative Realität und Aktienkurs zunehmend auseinander.

Milliarden für Aktionäre und Kostensicherheit

Der Vorstand plant für das laufende Jahr, rund 6,8 Milliarden Euro an die Anteilseigner auszuschütten. Basis dafür ist eine beschlossene Dividende von einem Euro je Aktie. Parallel dazu läuft ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Seit Anfang April hat der Konzern bereits gut zwölf Millionen eigene Papiere vom Markt genommen und plant, den Großteil davon einzuziehen.

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Auch auf der Kostenseite herrscht nun Klarheit. Die Ende Mai erzielte Tarifeinigung mit der Gewerkschaft ver.di läuft bis Ende 2028 und betrifft etwa 60.000 Beschäftigte. Analysten werten diese langfristige Planungssicherheit positiv. Die Schweizer Großbank UBS bestätigte umgehend ihre Kaufempfehlung und verweist auf exakt diese verbesserte Berechenbarkeit der Personalkosten. Das Kursziel taxieren die Experten auf 36,60 Euro.

Makro-Daten belasten den Kurs

Dem Aktienkurs verleiht all das momentan keinen Rückenwind. Am Freitag ging das Papier bei 27,73 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von zwölf Monaten steht damit ein Minus von über 18 Prozent auf der Kurstafel. Der Hauptgrund für die aktuelle Schwäche liegt jenseits des Atlantiks. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht schürt die Sorge vor anhaltend hohen Zinsen.

Für kapitalintensive Sektoren wie die Telekommunikation ist das ein spürbarer Bremsklotz. Hohe Schuldenberge bedeuten bei restriktiver Geldpolitik dauerhaft hohe Zinslasten. Charttechniker sehen nach den jüngsten Abgaben jedoch Chancen auf eine Gegenbewegung. Eine am Freitag gebildete „Hammer“-Formation werten Marktbeobachter als potenzielles Signal für eine Bodenbildung. Der RSI-Indikator notiert derweil bei einem Wert von 38,6.

Der Blick nach vorn

Operativ hält das Management strikt Kurs auf die anvisierten Jahresziele. Ein wichtiger Meilenstein im Kalender ist nun der 19. Juni, wenn die ver.di-Tarifkommission nach einer Mitgliederbefragung endgültig über den neuen Vertrag abstimmt. Frische fundamentale Daten liefert der Konzern dann im Hochsommer. Am 6. August präsentiert die Deutsche Telekom die Ergebnisse für das zweite Quartal.

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