Deutsche Telekom Aktie: UBS sieht Fusionsangst übertrieben
UBS bewertet die Kursverluste der Deutschen Telekom als übertrieben und sieht die Fusionssorgen der Anleger als unbegründet an.

- Aktie verliert deutlich an Wert
- Fusionsängste mit T-Mobile US als Auslöser
- UBS hält Sorgen für übertrieben
- Kaufempfehlung und Kursziel bestätigt
Die Aktie der Deutschen Telekom verliert kräftig an Wert. Der Grund liegt nicht in schlechten Zahlen. Anleger fürchten stattdessen eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US – und genau diese Angst hält UBS für übertrieben.
Fusionsängste drücken auf den Kurs
Die Aktie gab zuletzt um 5,5 Prozent nach. Mehrere Faktoren trafen zusammen. Ein Bericht nährte Spekulationen, die Deutsche Telekom wolle weiterhin mit T-Mobile US fusionieren. Parallel kursierten Gerüchte, Charter Communications prüfe einen satellitengestützten Mobilfunkdienst. Dazu kam eine allgemeine Schwäche bei US-Telekomaktien.
UBS stellt die Notwendigkeit einer kompletten Fusion grundsätzlich infrage. Die Deutsche Telekom hält bereits 54 Prozent an T-Mobile US und kontrolliert das operative Geschäft. Eine Aufstockung der Beteiligung dürfte zudem auf regulatorische Hürden stoßen: Die Bundesregierung hält 28,6 Prozent an der Deutschen Telekom, ausländische Investitionen in kritische Infrastruktur unterliegen strengen Vorschriften.
Anleger auf beiden Seiten uneins
Die Stimmung zu einer möglichen Transaktion bleibt gespalten. US-Aktionäre wollen T-Mobile US mehrheitlich als eigenständiges Unternehmen sehen. Investoren der Deutschen Telekom fürchten dagegen, eine hohe Prämie für den verbleibenden Minderheitsanteil zahlen zu müssen.
Auch die Charter-Gerüchte belasten den Sektor. UBS schätzt dieses Risiko allerdings als begrenzt ein. Satellitenkonnektivität dürfte bestehende Mobilfunknetze eher ergänzen als ersetzen – die Wettbewerbsbedrohung bleibt damit kurzfristig überschaubar.
Kaufempfehlung bleibt bestehen
Trotz der Volatilität der vergangenen Wochen hält UBS an seiner positiven Einschätzung fest. Die operativen Trends in Deutschland und den USA seien solide. Das Analysehaus bestätigte die „Buy“-Einstufung und das Kursziel von 36,60 Euro. Als Argumente nennt UBS die attraktive Bewertung, zweistelliges Gewinnwachstum, eine Dividendenrendite von rund 4,4 Prozent sowie fortgesetzte Aktienrückkäufe.
Am Kursziel gemessen liegt noch reichlich Luft nach oben. Die Aktie schloss am Freitag bei 25,20 Euro, ein Minus von 4,22 Prozent auf Wochensicht und 10,16 Prozent auf Monatssicht. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 9,58 Prozent zu Buche.
Der Titel notiert damit rund 26,64 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar. Zum jüngsten 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro vom 30. Juni beträgt der Abstand nur noch 7,05 Prozent. Der RSI-Wert von 36,9 zeigt eine angeschlagene, aber noch nicht überverkaufte Marktlage.
Eine klare Aussage in der Berichtssaison zum zweiten oder dritten Quartal könnte den Belastungsfaktor Fusion aus dem Kurs nehmen. Sollte das Management dort bestätigen, dass keine Fusion aktiv verfolgt wird, entfällt ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Aktie. Bis dahin dürfte die Kursentwicklung eng an Nachrichten aus dem US-Telekomsektor gekoppelt bleiben.
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