Deutsche Telekom Aktie: Übernahme von Fiberhost und Inea für 1 Milliarde

Mit Fiberhost und Inea stärkt die Telekom ihre polnische Festnetzsparte, während Rückkäufe und angehobene Ziele den Expansionskurs begleiten.

Die Kernpunkte:
  • Glasfaserkauf in Polen vereinbart
  • Transaktionswert von rund einer Milliarde Euro
  • Rückkaufvolumen auf fünf Milliarden erhöht
  • Telekom-Aktie bleibt unter Jahreshoch

Die Deutsche Telekom baut ihr Geschäft in Polen deutlich aus. Der Konzern einigte sich mit dem Finanzinvestor Macquarie auf die vollständige Übernahme der Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea, wie am 17. August bekannt wurde. Der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei rund einer Milliarde Euro.

Zwei Netze, ein Ziel

Mit dem Zukauf erweitert die Telekom-Tochter T-Mobile Polska ihre Infrastruktur erheblich. Fiberhost erreicht mit seinem Glasfasernetz 1,4 Millionen Haushalte, Inea zählt mehr als 300.000 Kunden. Für den Konzern bedeutet das einen Schritt weg vom klassischen Mobilfunkgeschäft hin zu einer breiteren Festnetz-Präsenz im polnischen Markt – einem Land, das für die Telekom seit Jahren als Wachstumsregion gilt.

Die Übernahme reiht sich in eine Serie von Kapitalmaßnahmen ein, mit denen der Konzern in diesem Sommer für Bewegung gesorgt hat. Anfang August hatte der Vorstand das laufende Aktienrückkaufprogramm 2026 um weitere bis zu drei Milliarden Euro aufgestockt.

Kurz darauf wuchs die dritte Tranche des Programms von ursprünglich 560 Millionen auf bis zu 3,985 Milliarden Euro. In Summe kann die Telekom damit im laufenden Jahr bis zu fünf Milliarden Euro für Rückkäufe einsetzen – ein deutliches Signal an die Anleger, dass der Konzern trotz milliardenschwerer Zukäufe finanziell auf solidem Fundament steht.

Zahlen stützen die Strategie

Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal, ebenfalls Anfang August vorgelegt, untermauern diesen Kurs. Der Umsatz stieg auf 29,93 Milliarden Euro gegenüber 28,67 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, das Ergebnis je Aktie lag bei 0,51 Euro.

Bereits im Mai hatte der Konzern seine Jahresprognose leicht angehoben: Beim bereinigten EBITDA AL rechnet die Telekom nun mit rund 47,5 Milliarden Euro statt zuvor 47,4 Milliarden Euro, beim freien Cashflow AL wurde die Erwartung von mehr als 19,8 Milliarden Euro auf rund 20,0 Milliarden Euro angehoben.

Nicht alle Geschäftsfelder entwickeln sich gleich dynamisch. Medienberichten zufolge sinkt das Interesse der Kunden am klassischen Festnetz-Telefon weiter – ein struktureller Trend, der die Bedeutung von Glasfaser- und Mobilfunkangeboten wie in Polen zusätzlich unterstreicht.

Aktie bewegt sich seitwärts

An der Börse hat die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen bislang keine klare Richtung erzeugt. Die Aktie schloss am Freitag bei 28,55 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent zum Vortag.

Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 4,1 Prozent zu Buche, während der Kurs auf Wochensicht um 1,2 Prozent nachgegeben hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, bleibt das Papier weiterhin deutlich entfernt.

Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Termine: Am 5. Oktober lädt die Telekom zu einem Investorenevent rund um ihre KI-Strategie, am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Beide Termine dürften zeigen, ob die Polen-Expansion und die aggressive Kapitalrückführung an die Aktionäre die Erwartungen des Konzerns tatsächlich erfüllen.

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