Deutsche Telekom Aktie: Währung treibt Prognosen

Die Bank of America erhöht ihre Umsatz- und EBITDAaL-Prognosen für 2026 um jeweils 1,0 Prozent, vor allem wegen des Dollarkurses.

Die Kernpunkte:
  • BofA hebt beide 2026-Schätzungen um 1,0 Prozent
  • Dritter Quartalsumsatz über Marktkonsens erwartet
  • SpaceX-Einstieg belastet europäische Telekomaktien
  • Analystenkonsens mit sieben Kaufempfehlungen

Die Bank of America sieht im verunsicherten europäischen Telekomsektor Chancen und hebt ihre Schätzungen für die Deutsche Telekom an. Der Grund liegt weniger im operativen Geschäft als im Wechselkurs. Zugleich lastet der mögliche Einstieg von SpaceX in den US-Mobilfunk weiter auf dem Sektor.

Dollar-Effekt hinter der Anhebung

BofA erhöht die Schätzungen für Umsatz und EBITDAaL 2026 um jeweils 1,0 Prozent. Die Bank begründet das mit Währungsgewinnen durch den stärkeren Dollar. Für das dritte Quartal rechnet sie mit 30,98 Milliarden Euro Umsatz, der Marktkonsens liegt bei 30,47 Milliarden Euro.

Der Konzern selbst hielt bei den Halbjahreszahlen an seiner Prognose für das bereinigte EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro fest. Nur beim Free Cashflow AL hob er das Ziel auf rund 20 Milliarden Euro an. Ein Umsatz über Konsens wäre also zum Teil ein Währungseffekt. Die Qualität des Wachstums zeigt sich eher im bereinigten EBITDA AL und im Free Cashflow.

SpaceX belastet den Sektor

Auslöser der Sorgen war der Kauf eines landesweiten 800-MHz-Low-Band-Spektrums durch SpaceX am 9. Oktober. Mit Starlink könnte das Unternehmen zu einem bedeutenden US-Mobilfunkanbieter werden. Die Aktien der Telekom und anderer europäischer Anbieter gaben daraufhin nach, Funkmasten-Betreiber wie Cellnex und Inwit legten zu.

Bernstein zeigte sich nicht überrascht. Man habe das Szenario als sehr wahrscheinlich eingestuft, hieß es. Der Abschluss kam jedoch rund einen Monat vor dem geplanten Ende der Auktion. Die Analystin geht davon aus, dass sich SpaceX die Option eines terrestrischen Netzaufbaus offenhält.

Für die Telekom wiegt das schwer. Knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes stammen aus dem Segment USA, und der Konzern nennt schärferen Wettbewerb ausdrücklich als Risikofaktor. Der Ausgang bleibt offen.

Analysten überwiegend zuversichtlich

Der Analystenkonsens lautet „Strong Buy“, das mittlere Kursziel liegt bei 35,20 Euro. Hinter dem Votum stehen sieben Kaufempfehlungen und ein Hold. JPMorgan nennt 38 Euro, Bernstein kommt mit Hold auf 28,10 Euro. Die Spanne zeigt, wie unterschiedlich das Wettbewerbsrisiko gewichtet wird.

Am Rande fiel die Telekom auch am Anleihemarkt auf: Eine bis 2034 laufende Schuldverschreibung wurde rege gehandelt und rentierte mit 3,9 Prozent.

Am 27. Oktober legt Orange Quartalszahlen vor und liefert damit erste Hinweise zur Branchenlage. Die Telekom folgt am 5. November. Dann zeigt sich, ob der Umsatz über dem Konsens liegt und wie sich das bereinigte EBITDA AL ohne Währungseffekt entwickelt.

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