Deutsche Telekom, BASF, Deutsche Bank: Drei DAX-Dividenden für die eigene Rente
29 von 40 DAX-Konzernen erhöhen 2026 ihre Dividende. Drei Titel aus unterschiedlichen Sektoren zeigen Chancen und Risiken für das eigene Rentendepot.

- Telekom mit steuerfreier Dividende
- BASF mit höchster Rendite im DAX
- Deutsche Bank mit Rekordgewinn
- Dividendenwachstum als Rentenbaustein
29 von 40 DAX-Konzernen erhöhen 2026 ihre Dividende. Wer die staatliche Aktienrente nicht abwarten will, kann im eigenen Depot längst loslegen. Drei Titel aus drei Sektoren zeigen, wie unterschiedlich der Weg zur Dividendenrente aussehen kann — und welche Chancen und Risiken dabei mitschwingen.
Das Generationenkapital soll bis Mitte der 2030er-Jahre ein Fondsvolumen von 200 Milliarden Euro erreichen und das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent stabilisieren. Bis dahin bleibt die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und gewünschtem Lebensstandard bestehen. Grund genug, drei DAX-Dividendenwerte genauer unter die Lupe zu nehmen.
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Deutsche Telekom: Der stille Anker im Depot
Die Telekom hat ihre Dividende auf 1,00 Euro je Aktie angehoben — ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei einem aktuellen Kurs von 28,38 Euro ergibt das eine Rendite von rund 3,5 Prozent. In den vergangenen drei Jahren sind die Ausschüttungen um gut zwölf Prozent gestiegen.
Ein Detail macht die Telekom-Dividende besonders attraktiv: Sie stammt aus dem steuerlichen Einlagekonto. In der Auszahlungsphase fällt keine sofortige Abgeltungsteuer an. Netto bleibt also mehr übrig, als die nominale Rendite vermuten lässt — ein handfester Vorteil gegenüber vielen anderen DAX-Titeln.
Operativ untermauert der Konzern diesen Dividendenpfad. Das bereinigte EBITDA AL kletterte 2025 organisch um 2,8 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro. Für 2026 peilt die Unternehmensführung rund 47,4 Milliarden Euro an, der Free Cashflow soll auf etwa 19,8 Milliarden Euro steigen. Parallel läuft ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm, das die Rückkäufe der Vorjahre fortsetzt.
Beim Netzausbau geht es ebenfalls voran: Allein im Februar 2026 nahm die Telekom 69 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb und rüstete 175 weitere auf. Das Ziel einer 5G-Haushaltsabdeckung von 99 Prozent rückt näher.
Ganz ohne Risiken ist das Bild nicht. Der schwächere US-Dollar belastet die ausgewiesenen Zahlen — allein im vierten Quartal 2025 kosteten Währungseffekte rechnerisch rund 0,6 Milliarden Euro. Auch die Nettoverschuldung bleibt erheblich. Für ein Aktienrente-Depot punktet die Telekom dennoch mit klarer Dividendenpolitik: 40 bis 60 Prozent des bereinigten nachhaltigen Gewinns sollen ausgeschüttet werden. Das gibt Planungssicherheit.
BASF: Hohe Rendite, harte Realität
BASF zahlt erneut 2,25 Euro je Aktie — unverändert zum Vorjahr. Bei einem Kurs von 50,92 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 4,4 Prozent. Damit gehört der Chemiekonzern zu den renditestärksten Werten im DAX.
Die Dividendenhistorie erzählt allerdings auch eine andere Geschichte. Von 3,40 Euro je Aktie ging es in wenigen Jahren auf 2,25 Euro herunter. Die Ausschüttungsquote liegt aktuell über 100 Prozent des Gewinns. Ohne die Dividende wäre die Gesamtrendite der letzten Jahre negativ ausgefallen. Kein Ruhmesblatt — aber ein Hinweis darauf, wie wichtig BASF die Ausschüttung als Signal an den Markt nimmt.
Mitten im größten Konzernumbau seiner Geschichte setzt BASF nun wichtige Wegmarken. Die EU-Kommission hat den Verkauf der Coatings-Sparte an Carlyle unter Auflagen genehmigt. Der Deal bringt einen Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro und spült rund 5,8 Milliarden Euro an Vorsteuer-Liquidität in die Kasse. Geld, das BASF für die Bilanzstärkung und die strategische Neuausrichtung dringend braucht.
Die Kostensenkungen greifen schneller als geplant:
- Bis Ende 2025 erreichte BASF eine jährliche Einsparrate von rund 1,7 Milliarden Euro — 100 Millionen über dem ursprünglichen Ziel
- Bis Ende 2026 sollen die annualisierten Einsparungen auf 2,3 Milliarden Euro steigen
- Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro schreitet planmäßig voran
Operativ lieferte das erste Quartal 2026 ein gemischtes Bild. Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,06 Euro nach 0,91 Euro im Vorjahr. Der Umsatz lag mit 16,02 Milliarden Euro allerdings rund acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Analysten erwarten für das Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie von durchschnittlich 2,72 Euro.
Für ein Aktienrente-Depot ist BASF kein klassischer Stabilitätswert. Die eigentliche Chance liegt weniger in einer schnellen Dividendenerhöhung als in der Kombination aus solider Basisrendite und langfristigem Turnaround-Potenzial. Wer Geduld mitbringt, könnte am Ende doppelt profitieren: von steigenden Gewinnen und wieder wachsenden Ausschüttungen. Wer darauf setzt, muss Zyklik und Unsicherheit in Kauf nehmen.
Deutsche Bank: Comeback mit Substanz
Von null auf eins — in Euro gerechnet fasst das die Dividendenentwicklung der Deutschen Bank zusammen. Nach Jahren ohne Ausschüttung (2015–2019) zahlt der Konzern für 2025 erstmals 1,00 Euro je Aktie. Bei einem Kurs von 27,43 Euro entspricht das einer Rendite von rund 3,6 Prozent. Das Dividendenwachstum der letzten drei Jahre beträgt über 50 Prozent.
Das operative Fundament trägt diesen Kurs. Im ersten Quartal 2026 erreichte die Deutsche Bank einen Rekord-Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro — acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern stieg um sieben Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Die Erlöse wuchsen auf 8,7 Milliarden Euro.
Für 2026 peilt der Konzern Gesamterträge von rund 33 Milliarden Euro an. Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf über 13 Prozent klettern. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm und die höhere Ausschüttungsquote sollen das Vertrauen der Investoren weiter festigen.
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der laufende Tarifkonflikt bei der Postbank. Nach der zweiten ergebnislosen Verhandlungsrunde kündigte ver.di eine bundesweite Ausweitung der Warnstreiks an. Die nächste Runde findet am 15. Juni in Frankfurt statt. An der Börse zeigt sich die Aktie bislang unbeeindruckt — die Streiks gelten als operativ beherrschbar.
Analysten sehen weiteres Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 33 Euro, einzelne Häuser halten sogar 40 Euro für erreichbar. Bei einem aktuellen KGV von etwa 9 wirkt die Bewertung moderat, gerade im internationalen Bankenvergleich.
Für ein Aktienrente-Portfolio bringt die Deutsche Bank das stärkste Dividendenwachstum des Trios mit. Sie erfordert allerdings auch die höchste Schwankungstoleranz — die Volatilität liegt mit knapp 33 Prozent annualisiert deutlich über den anderen beiden Werten.
Drei Profile, ein Ziel: Dividende als Rentenbaustein
| Deutsche Telekom | BASF | Deutsche Bank | |
|---|---|---|---|
| Dividende je Aktie | 1,00 € | 2,25 € | 1,00 € |
| Dividendenrendite | ~3,5 % | ~4,4 % | ~3,6 % |
| Profil | Stabilität | Rendite | Wachstum |
Die drei Titel ergänzen sich bewusst. Die Telekom liefert Planbarkeit und steuerliche Vorteile. BASF bringt die höchste laufende Rendite, trägt aber auch mehr Zyklik ins Depot. Die Deutsche Bank bietet das dynamischste Dividendenwachstum, verlangt aber Nerven bei Kursschwankungen.
Entscheidend für die private Aktienrente ist am Ende nicht die höchste Einzelrendite, sondern die Verlässlichkeit des Fundaments. Starkes Geschäftsmodell, stabile Erträge, tragfähige Ausschüttungspolitik — diese drei Kriterien trennen nachhaltige Dividendentitel von kurzfristigen Renditeversprechen. Telekom, BASF und Deutsche Bank bedienen diese Anforderung auf je eigene Weise. Die Mischung macht’s.
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