Deutsche Telekom: Böse Vorzeichen?

Während die geplante Fusion zwischen der amerikanischen Tochter der Deutschen Telekom und Sprint derzeit zur Hängepartie wird, bekommt der Ex-Monopolist nun auch in Europa kräftigen Gegenwind. Dabei geht es um den Plan, T-Mobile NL in den Niederlanden mit dem Konkurrenten Tele2 zu fusionieren.

Wie die Deutsche Telekom mitteilte, hat man inzwischen von der EU-Kommission ein Schriftstück erhalten, dass die geplante Fusion sehr kritisch sieht. Befürchtet werden unter anderem Preiserhöhungen und negative Einflüsse auf den Wettbewerb.

T-Mobile NL als dritter großer Wettbewerber

Sollte der Zusammenschluss genehmigt werden, würden T-Mobile NL und Tele2 zusammen auf einen Marktanteil von 25 % kommen. Marktforscher rechnen dagegen mit 27 %, was knapp hinter der Nummer zwei Vodafone/Ziggo mit 27,4 % liegen würde. KPN bliebe weiterhin unangefochtener Marktführer.

Dies ist auch das stärkste Argument von Deutscher Telekom und Tele2. Denn man sieht nicht den Wettbewerb gefährdet, sondern eher sogar bestärkt, wenn das faktische Duopol im derzeitigen Markt aufgebrochen werden würde und ein dritter starker Wettbewerber entstünde. Diese ist in etwa eine ähnliche Argumentation, wie T-Mobile US und Sprint auch um die Genehmigung bei den amerikanischen Wettbewerbshütern kämpfen.

Würde sich Deutsche Telekom zurückziehen?

T-Mobile NL tritt seit zwei Jahren wie auch Tele2 als aggressive Angreifer im niederländischen Markt auf. Dies vor allem über den Preis bei gleichzeitig verbesserten Leistungen. Allerdings ging das bislang auf Kosten der Ergebnisse. So ist T-Mobile NL defizitär und musste auch zuletzt fallende Umsätze verbuchen. Gut möglich, dass die Deutsche Telekom bei einer Absage der Fusion generell über ihr Marktengagement nachdenkt, was letztlich dem Wettbewerb dann tatsächlich schaden könnte.

Aktie setzt zur Erholung an

Die Aktie der Deutschen Telekom beeinflusst diese Problematik derzeit allerdings nicht. Sie konnte sich zuletzt wieder etwas von ihren Rückschlägen erholen, steht allerdings jetzt vor neuen charttechnischen Herausforderungen in Form der gleitenden Durchschnitte, die aktuell bei 13,82 Euro für die 100-Tage-Linie und 13,91 Euro für die 50-Tage-Linie liegen.

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