Deutsche Telekom: Holland-Deal im Visier von Brüssel

Momentan dürfte die Deutsche Telekom wohl vor allem gespannt nach Amerika schauen. Denn dort ist immer noch nicht wirklich geklärt, ob die Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint fusionieren darf.

Doch dass es auch andere Schauplätze gibt, die durchaus riskant werden könnten, zeigt die aktuelle Meldungslage.

EU-Kartellwächter nehmen Kauf unter die Lupe

Dabei geht es um ein Geschäft, das eigentlich schon fast unter Dach und Fach schien. Im vergangenen Dezember hatte Deutsche Telekom angekündigt, dass ihre niederländische Tochter T-Mobile NL dem Wettbewerber Tele 2 übernehmen wolle. Insgesamt würde die Tochter rund 190 Millionen Euro bezahlen. Nun kommt aber ein Dämpfer. Denn die EU-Wettbewerbsbehörde hat angekündigt, diese Übernahme genauer prüfen zu wollen. Das dauert üblicherweise bis zu vier Monaten.

Wettbewerbsbedenken

Die Sorge der Kartellbehörde: Durch die Übernahme verringert sich die Zahl der Anbieter auf dem holländischen Markt von bislang vier auf drei. Dabei würden zwar die Machtverhältnisse nur unwesentlich verändert werden. Denn Platzhirsch KPN und das Vodafone/Liberty Global-Gemeinschaftsunternehmen Ziggo dürften weiterhin dominieren. T-Mobile NL würde mit Tele 2 zusammen dann auf rund 26 % Marktanteil kommen.

Aktie von Deutsche Telekom wird interessanter

Mal sehen, was die Wettbewerbsbehörden hier sagen. Letztlich ist es vom Modell her ähnlich wie in den USA. Umso interessanter ist hier die Marktreaktion. Denn in den vergangenen zwei Handelstagen konnte sich die Deutsche Telekom deutlich wieder erholen und kämpft nun sogar mit einem Break der 50-Tage-Linie. Aus charttechnischer Sicht wird es allerdings erst im Bereich von 14,40/14,80 Euro für die Aktie interessant.

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