Deutsche Telekom: Warnstreiks auf vier Bundesländer ausgeweitet

Nach ergebnisloser Verhandlungsrunde weitet ver.di die Warnstreiks bei der Deutschen Telekom auf weitere Bundesländer aus. Die Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Entgelt.

Die Kernpunkte:
  • Warnstreiks erreichen NRW und Ostdeutschland
  • Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Lohn
  • Kunden müssen mit Serviceverzögerungen rechnen
  • Nächste Verhandlungsrunde Mitte Mai

Ver.di legt die Daumenschrauben an. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde am 27. April erneut ohne Angebot der Arbeitgeber endete, weiten sich die Warnstreiks bei der Deutschen Telekom nun auf Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus.

Am 28. April hatten sich bereits mehr als 3.000 Beschäftigte im Norden und Nordosten Deutschlands an vollschichtigen Arbeitsniederlegungen beteiligt. Für den 29. April rief ver.di in den ostdeutschen Bundesländern rund 1.500 weitere Beschäftigte zum Streik auf — bei insgesamt 7.500 bis 8.000 Tarifbeschäftigten allein in diesen drei Ländern.

Was die Gewerkschaft fordert

Ver.di verlangt für bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigte eine Entgelterhöhung von 6,6 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit. Hinzu kommt ein Mitgliederbonus von 660 Euro jährlich sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 120 Euro.

Ver.di-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert machte klar, dass Kunden die Folgen spüren werden: Verzögerungen im technischen Kundenservice, Einschränkungen beim Glasfaserausbau und Terminabsagen seien nicht zu vermeiden.

Das Rückkaufprogramm als Gegenargument

Die Gewerkschaft hat ein weiteres Argument in der Hand: Das für 2026 geplante Aktienrückkaufprogramm von zwei Milliarden Euro. Ver.di wertet solche Kapitalrückflüsse als Beleg dafür, dass finanzieller Spielraum für höhere Löhne vorhanden sei. Der Konzern erzielte 2025 ein bereinigtes EBITDA von 44,2 Milliarden Euro und peilt für 2026 rund 47,4 Milliarden Euro an — Zahlen, die die Gewerkschaftsposition kaum schwächen.

Für Anleger ist das Bild durchwachsen. Die Aktie notiert mit rund 27 Euro gut 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat allein in den vergangenen 30 Tagen mehr als 16 Prozent verloren. Deutsche Bank Research hält dennoch an der Kaufempfehlung mit Kursziel 42 Euro fest. Analyst Robert Grindle verwies auf ein starkes erstes Quartal der US-Tochter T-Mobile und positiv aufgenommene Aussagen des Managements zu möglichen Konsolidierungsszenarien.

Nächste Runden im Mai

Zwei weitere Verhandlungstermine sind für den 11./12. Mai und den 26./27. Mai angesetzt. Kommt es Anfang Mai zu keiner Annäherung, dürfte ver.di den Druck weiter erhöhen. Am 13. Mai veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 — ein Termin, der den Tarifkonflikt erneut in den Vordergrund rücken wird.

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