Deutsche Wohnen mit Debüt am Anleihenmarkt, was sagt die Aktie?

Die Deutsche Wohnen hat sich erstmalig frisches Geld über die Platzierung einer Anleihe besorgt. Die unbesicherte und festverzinsliche Unternehmensanleihe hat eine Laufzeit bis zum 24.07.2020 und bietet eine Verzinsung von 1,375% p. a. Die Stückelung liegt dabei bei 1.000 Euro.

 

© Deutsche Wohnen
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Im Rahmen von mehrtägigen Roadshows wurde die Anleihe bei institutionellen Investoren angeboten. Die Nachfrage war anscheinend sehr groß, mehr als 130 Investoren mit einem Ordervolumen von fast 2 Mrd. Euro zeigten Interesse.

Moody’s vergab ein vorläufiges Rating von A3 und Standard & Poor’s ein vorläufiges Rating von BBB+. Im Hinblick auf die langfristige Bonität erfolgte die Einstufung der Ratingagenturen mit A3 bzw. A-.

 

Jahresstart mit leichtem Rückgang

Die Deutsche Wohnen gilt die Nummer zwei in der deutschen Immobilienbranche. Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag das Ergebnis der Wohnungsbewirtschaftung bei 132,5 Mio. Euro nach 131,7 Mio. Euro im Quartal des Vorjahres.

Das EBITDA sank von zuvor 124,5 Mio. Euro auf 119 Mio. Euro. Nach Steuern verbuchte der Konzern ein Minus von 44,2 Mio. Euro nach einem Plus von 45,5 Mio. Euro im Vorjahresvergleichsquartal.

Für die Refinanzierung des Konzerns wurde vom Vorstand ein entsprechendes Programm mit einem Rahmen von 1,5 Mrd. Euro beschlossen. Dafür wurde eine Kapitalerhöhung durchgeführt, welche 907 Mio. Euro in die Kassen spülte.

Der Aktienmarkt zeigte sich davon jedoch nicht begeistert, zumal ein Teil dieses Geldes für den Kauf von rund 6.500 mehrheitlich in Berlin liegenden Wohnungen gleich wieder ausgegeben wurde.

 

Deutsche Wohnen schließt Refinanzierung ab

Im Rahmen der Refinanzierung wurden weiterhin rund 650 Mio. Euro an bestehenden Finanzverbindlichkeiten durch neue Bankkredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren und bestehende Darlehen aus Mitteln der jüngsten Kapitalerhöhung getilgt.

Der Erlös aus der Anleihenemission soll genutzt werden, um bestehende höherverzinsliche Bankverbindlichkeiten abzulösen. Dadurch will die Deutsche Wohnen ihre Zinslast von ca. 2,4% per Ende März auf unter 1,9% senken.

 

Steht eine Fusion ins Haus?

Der Bestand der Immobilien lag per Ende März bei 148.935 Einheiten, davon waren 2.085 Einheiten im gewerblichen Bereich angesiedelt. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf Wohnimmobilien.

Für Konzernchef Michael Zahn wäre eine Fusion mit dem Branchenführer Deutsche Annington durchaus denkbar. Durch einen Zusammenschluss sieht er die Möglichkeit, zu einem der größten Immobilienwerte in Europa aufzusteigen, was dementsprechend neue internationale Möglichkeiten aufzeigen könnte.

Der deutsche Immobilienmarkt ist in viele kleine Unternehmen aufgesplittet. Daher unterliegt dieser Markt einer ständigen Konsolidierung. So übernahm die Deutsche Wohnen bereits die GSW Immobilien, während sich die Deutsche Annington die Gagfah schnappte.

 

Aktie gen Norden

Die Aktie von Deutsche Wohnen liefert derzeit ein recht ordentliches Bild. Nachdem der Wert im März und April neue Höchststände markieren konnte, gab es in der Folge vermehrt Abschläge.

Diese wurden jedoch inzwischen zu einem großen Teil wieder aufgeholt. Der nächste Widerstand wartet daher bei 24 Euro. Wird dieser durchbrochen, könnte es weiter in Richtung 25 Euro gehen. Anleger sollten jedoch die weitere Zinsentwicklung im Auge behalten.

150717 Deutsche Wohnen

Wenn diese steigen, verteuern sich auch die Baufinanzierungen. Dadurch könnte die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien einen Dämpfer erleiden und auch die Mietpreise könnten stagnieren. Davon wären Immobilienwerte mit als Erstes betroffen.

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