Deutz: 1,6-Milliarden-Übernahme vor Abstimmung

Deutz-Aktionäre stimmen am 24. August über die milliardenschwere FFG-Übernahme ab. Kartellamt gab bereits grünes Licht, der operative Halbjahresbericht zeigt starkes Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • Aktionärsvotum zur FFG-Übernahme am 24. August
  • Kartellamt erteilt Freigabe ohne Auflagen
  • Halbjahresumsatz steigt um 10,7 Prozent
  • Goldman Sachs erhöht Stimmrechtsanteil auf 5,69 Prozent

Deutz steuert auf einen der wichtigsten Termine seiner jüngeren Unternehmensgeschichte zu. Am 24. August entscheiden die Aktionäre auf einer außerordentlichen, virtuellen Hauptversammlung über die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme von FFG Flensburger Fahrzeugbau.

Das Bundeskartellamt hat die 1,6 Milliarden Euro schwere Transaktion bereits Ende Juli ohne Auflagen freigegeben – ein regulatorisches Risiko ist damit vom Tisch, die Entscheidung liegt nun bei den Anteilseignern.

Die Aktie notierte am Montag bei 10,40 Euro und legte damit 2,0 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 12 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 22 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen dem Papier aktuell 17 Prozent.

FFG soll Verteidigungsgeschäft neu aufstellen

Deutz hatte den Kauf der FFG-Eigentümerfamilien Anfang Juli angekündigt. Die Bezahlung erfolgt teils in bar, teils in Aktien – die bisherigen FFG-Eigentümer sollen dadurch mit bis zu 29,9 Prozent zum neuen Ankeraktionär von Deutz aufsteigen. FFG bleibt operativ eigenständig und wird zum Kern einer neuen Business Unit Defense.

Das Unternehmen erwartet Umsatzsynergien in den Bereichen Motoren und Service. Der Vollzug der Übernahme ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen, wodurch rund 1.100 FFG-Beschäftigte zu den bislang etwa 6.000 Deutz-Mitarbeitern hinzukommen.

Die Dimension der Transaktion wird deutlich, wenn man sie der aktuellen Marktkapitalisierung von 1,55 Milliarden Euro gegenüberstellt – der Kaufpreis für FFG übersteigt damit den eigenen Börsenwert von Deutz.

Operatives Geschäft liefert Rückenwind

Parallel zur Übernahme hat Deutz Anfang August seinen Halbjahresbericht vorgelegt. Der Umsatz stieg um 10,7 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT sprang um 43,1 Prozent auf 79,7 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet der Kölner Motorenhersteller mit einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro sowie einer bereinigten EBIT-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent. Diese Zahlen untermauern das operative Fundament, auf dem die FFG-Integration aufsetzen soll.

Kurz nach Vorlage der Zahlen erhöhte die DZ Bank am 6. August ihr Kursziel für die Deutz-Aktie von 11,60 auf 12,00 Euro und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. Zu diesem Zeitpunkt lag der Fokus der Analysten noch stärker auf der operativen Entwicklung als auf der bevorstehenden Kapitalmaßnahme.

Institutionelles Interesse nimmt zu

Auch auf der Kapitalseite tut sich einiges: Goldman Sachs meldete am 12. August, den eigenen Stimmrechtsanteil an Deutz auf 5,69 Prozent erhöht zu haben, nachdem die Schwelle bereits Anfang August überschritten worden war. Zusätzlich gab CEO Sebastian Schulte am 10. August gemischte Kauf- und Verkaufstransaktionen im Rahmen der Directors‘-Dealings-Meldepflicht bekannt.

Für Anleger bündelt sich damit in den kommenden Tagen mehrere Entwicklungsstränge: die strategische Weichenstellung durch die FFG-Integration, ein solides operatives Halbjahresergebnis und wachsendes institutionelles Interesse. Die Hauptversammlung am 24. August dürfte zeigen, wie geschlossen die Aktionärsbasis hinter dem größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte von Deutz steht.

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