Deutz: 300 Millionen Rüstungsumsatz bis 2030
Der Motorenbauer Deutz präsentiert auf der Eurosatory neue Militärtechnik und peilt bis 2030 einen Umsatz von 300 Millionen Euro im Verteidigungsgeschäft an.

- Neue Verteidigungssparte auf Eurosatory vorgestellt
- 800-Kilowatt-Powerpack für Kettenfahrzeuge präsentiert
- 300 Millionen Euro Umsatzziel bis 2030
- Aktie notiert über 200-Tage-Durchschnitt
Der Kölner Motorenbauer stellt sein Geschäft radikal um. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory präsentierte Deutz erstmals die neue Verteidigungssparte – und zeigte, dass der Konzern mehr will als nur Motoren liefern.
Gleich mehrere Produkte feierten dort Premiere. Das auffälligste: ein 800-Kilowatt-Powerpack für Kettenfahrzeuge, entwickelt mit der RENK Group. Ein V8-Motor von Deutz kombiniert mit einem Renk-Getriebe – eine komplette Antriebslösung aus einer Hand. Analysten sehen darin den Beleg, dass Deutz strategische Partnerschaften mit etablierten Rüstungszulieferern eingehen kann.
Hinzu kommt der „GridCube“ – ein mobiles Energiemanagementsystem für Militärcamps, das mit HDC Solutions entstand. Und die Tochter SOBEK steuert Hochleistungs-Kraftstoffpumpen für Drohnen bei.
300 Millionen bis 2030
Die Botschaft ist klar: Deutz will nicht länger nur Lieferant für Bau- und Agrarmaschinen sein. Das Geschäft mit dem Militär soll bis 2030 rund 300 Millionen Euro Umsatz bringen. Parallel baut der Konzern das Energiegeschäft aus – hier peilt das Management 500 Millionen Euro an.
Der Einstieg in den Markt für Notstromlösungen läuft bereits. Im zweiten Quartal kaufte Deutz den brasilianischen Generatorhersteller Maxi Trust Power. Zielgruppe sind Rechenzentren, die ihre Stromversorgung absichern müssen.
Starke Zahlen als Fundament
Die Aktie notierte am Freitag bei 9,96 Euro – ein Plus von 1,32 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Titel 15,48 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar 47,45 Prozent.
Der operative Rückenwind kommt aus dem ersten Quartal: Der Auftragseingang stieg auf 771 Millionen Euro – ein Plus von über 40 Prozent. Das bereinigte EBIT erreichte 37,3 Millionen Euro bei einer Marge von 7,0 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro.
Technisch solide aufgestellt
Mit 9,96 Euro notiert die Aktie klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,56 Euro – aus charttechnischer Sicht ein positives Signal. Der RSI von 52,9 deutet weder auf Überkauft- noch auf Überverkauft-Situation hin. Vom 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro trennen das Papier rund 20 Prozent.
Der Halbjahresbericht erscheint voraussichtlich im August. Dann zeigt sich, ob die neue Verteidigungssparte bereits organisch wächst – und wie gut die Integration der jüngsten Zukäufe im Energiesegment läuft.
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