Deutz: 47 Prozent Gewinn in zwölf Monaten

Der Kölner Motorenbauer treibt die Neuausrichtung voran. Rüstungs- und Energiesparte sollen künftig das Geschäft stabilisieren und neues Wachstum generieren.

Die Kernpunkte:
  • Neue Rüstungssparte auf Eurosatory vorgestellt
  • Übernahme von Maxi Trust Power in Brasilien
  • Auftragseingang im ersten Quartal stark gestiegen
  • Aktie mit deutlichem Kursplus seit Jahresbeginn

Deutz baut traditionell Motoren für Bagger und Traktoren. Nun treibt der Kölner Konzern einen massiven Strategiewechsel voran. Das Ziel: Rüstung und Energie sollen das Geschäft wetterfest machen.

Rüstungsgeschäft als neuer Treiber

Auf der Pariser Messe Eurosatory zeigte Deutz erstmals seine neue Verteidigungssparte. Das Unternehmen präsentierte ein 800-Kilowatt-Powerpack für Kettenfahrzeuge. Diese Antriebslösung entstand in Zusammenarbeit mit der RENK Group.

Parallel dazu stellte Deutz das mobile Energiemanagementsystem „GridCube“ für Militärcamps vor. Die Tochter SOBEK liefert spezielle Kraftstoffpumpen für Drohnen. Bis zum Jahr 2030 will der Vorstand in diesem Segment rund 300 Millionen Euro umsetzen.

Zukäufe für den Energiemarkt

Im Energiegeschäft plant das Management noch größere Sprünge. Hier peilt Deutz einen Umsatz von 500 Millionen Euro an. Dafür kauft das Unternehmen gezielt zu.

Anfang Juni schloss der Konzern die Übernahme des brasilianischen Generatorenherstellers Maxi Trust Power ab. Damit stärkt Deutz seine Position in Lateinamerika. Der Fokus liegt dabei auf Rechenzentren. Diese Anlagen brauchen dringend eine gesicherte Stromversorgung.

Volle Auftragsbücher stützen den Umbau

Das laufende Geschäft gibt dem Vorstand Rückendwind. Im ersten Quartal stieg der Auftragseingang um mehr als 40 Prozent auf 771 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 37,3 Millionen Euro.

Diese Zahlen untermauern den laufenden Konzernumbau. Analysten erwarten für das Gesamtjahr einen Gewinn von rund 0,92 Euro je Aktie. Aktionäre können auf eine höhere Dividende von voraussichtlich 23 Cent hoffen. Der Jahresumsatz soll bis zu 2,5 Milliarden Euro erreichen.

Aktie im Aufwind

An der Börse kommt der Wandel gut an. Am Freitag schloss die Deutz-Aktie bei 9,93 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 15 Prozent auf der Kurstafel.

Auf Sicht von zwölf Monaten gewann das Papier sogar fast 47 Prozent. Ein technisches Signal stützt diese Entwicklung. Der aktuelle Kurs notiert über der langfristigen Durchschnittslinie von 9,56 Euro.

Das Jahreshoch von 12,49 Euro bleibt das nächste charttechnische Ziel.

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