Deutz Aktie: Fabrik für Drohnen-Startups

Der Motorenbauer Deutz stellt seine Fabriken Drohnenherstellern zur Verfügung und hält Beteiligungen. Das Ziel ist ein Umsatz von 300 Millionen Euro im Verteidigungsgeschäft bis 2030.

Die Kernpunkte:
  • Montage von Drohnen für ARX Robotics in Ulm
  • Lieferung von Antriebssystemen an Tytan Technologies
  • Strategische Minderheitsbeteiligungen an beiden Startups
  • Ziel: 300 Mio. Euro Umsatz in Defense bis 2030

Der Kölner Motorenbauer Deutz baut sich gerade ein zweites Standbein — und es hat wenig mit dem klassischen Motorengeschäft zu tun. Das Unternehmen will zur industriellen Rückgratstruktur der europäischen Defense-Tech-Szene werden: als Produktionspartner für Rüstungs-Startups, die liefern müssen, aber noch keine eigene Fabrik haben.

Montage statt nur Motoren

Das Modell ist konkret. Deutz stellt dem Münchner Bodendrohnen-Hersteller ARX Robotics Produktionskapazitäten im Werk Ulm zur Verfügung — Deutz-Mitarbeiter montieren dort die Drohne Gereon. Beim Drohnen-Startup Tytan Technologies liefert Deutz das Antriebssystem für Abfangdrohnen und arbeitet mit Tytan an Energiesystemen für Starteranwendungen. An beiden Unternehmen hält Deutz Minderheitsbeteiligungen: rund 4 Prozent an ARX Robotics, bei Tytan eine strategisch genannte Beteiligung ohne veröffentlichte Größe.

Defense-Division-Chef Marco Herre bringt das Wertversprechen auf den Punkt: „Wenn ich einen Auftrag bekomme, kann ich liefern.“ Genau das fehle vielen jungen Defense-Tech-Firmen noch — die Produktionsglaubwürdigkeit gegenüber Auftraggebern.

Ehrgeizige Ziele, langer Weg

Das Verteidigungsgeschäft wurde laut Herre bis 2022 „sehr opportunistisch betrieben“. Erst 2025 etablierte das Management die Defense-Sparte als eigenständige Division. Der aktuelle Umsatz liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich — das angestrebte Ziel von 300 Millionen Euro bis 2030 ist also noch weit entfernt.

Das Makro-Umfeld spielt Deutz in die Karten. Europäische NATO-Länder streben Verteidigungsausgaben von mindestens 3,5 Prozent des BIP an, was die gesamten europäischen Ausgaben bis Ende des Jahrzehnts auf rund 800 Milliarden Euro heben könnte. Für den Sommer plant Deutz ein neues 800-Kilowatt-Powerpack für militärische Schwerlastfahrzeuge.

Kerngeschäft unter Druck

Der Defense-Schwenk überlagert strukturelle Belastungen im angestammten Motorengeschäft. US-Importzölle von 15 Prozent seit Ende Februar belasten das Nordamerika-Geschäft. Bei rund 30.000 jährlich in die USA exportierten Motoren hat Deutz eine Produktionsverlagerung ausgeschlossen und will die Mehrkosten an Kunden weitergeben — mit dem Argument, dass britische und japanische Wettbewerber denselben Zöllen unterliegen.

Für 2026 erwartet Deutz einen Konzernumsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent. Warburg Research hält am Kursziel von 12,90 Euro fest und sieht die bevorstehenden Quartalszahlen als Bewährungsprobe für den laufenden Umbau.

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 60 Prozent zugelegt und schloss zuletzt bei 10,64 Euro. Am 7. Mai legt Deutz die Q1-Zahlen vor — dann wird der Markt beurteilen, ob das Defense-Startup-Modell schnell genug skaliert, um die Schwäche im zyklischen Kerngeschäft zu kompensieren.

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