Deutz: DZ Bank hebt Kursziel auf 12,00 Euro

DZ Bank erhöht Kursziel für Deutz auf 12 Euro nach starken Halbjahreszahlen und FFG-Übernahme. Insiderkäufe und steigende Großinvestorenanteile stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • DZ Bank erhöht Kursziel auf 12 Euro
  • Insiderkäufe von Vorstand und Aufsichtsräten
  • Goldman Sachs und BlackRock erhöhen Anteile
  • Kapitalerhöhung zur FFG-Integration geplant

Die Deutz AG bekommt nach ihrem Rekordhalbjahr und der milliardenschweren Übernahme des Rüstungsherstellers FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft weiteren Rückenwind von der Analystenseite.

Die DZ Bank hob das Kursziel für den Kölner Motorenbauer am Montag von 9,00 auf 12,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Kaufen“. Analyst Thorsten Reigber begründete den Schritt mit den starken Halbjahreszahlen und der strategischen Bedeutung der FFG-Akquisition.

Der Kurs reagierte prompt: Am Montag schloss die Aktie bei 10,68 Euro, ein Plus von 2,30 Prozent. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro aus dem Februar fehlen dem Papier damit noch 14,49 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 68,7 signalisiert nach dem jüngsten Anstieg eine bereits recht ambitionierte Bewertung im kurzfristigen Chartbild.

Warburg Research mahnt trotz Kaufempfehlung zur Vorsicht

Bereits am 6. August, unmittelbar nach Veröffentlichung der Quartalszahlen, hatte Warburg-Research-Analyst Stefan Augustin seine Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 13,20 Euro bestätigt. Er bezeichnete das zweite Quartal als im Rahmen der Erwartungen, wies aber auf einen leicht enttäuschenden Auftragseingang im Kerngeschäft hin – ein Hinweis darauf, dass das Wachstum derzeit stark von der neuen Verteidigungssparte getragen wird.

Deutz hatte für das erste Halbjahr einen Auftragseingang von 1,33 Milliarden Euro gemeldet, ein Plus von 28,7 Prozent, sowie ein bereinigtes EBIT von 79,7 Millionen Euro, das um 43,1 Prozent zulegte.

Vorstand und Großinvestoren bauen Position weiter aus

Parallel zu den positiven Analystenstimmen verstärkt sich das Vertrauenssignal aus dem eigenen Haus. Vorstandsvorsitzender Sebastian C. Schulte erwarb laut Pflichtmitteilung am Montag Derivate im Gegenwert von 27.120 Euro. Das folgt auf seinen deutlich umfangreicheren Aktienkauf vom 6. August, als er 100.009 Stück für rund 983.089 Euro erwarb.

Am selben Tag griffen auch weitere Organmitglieder zu: CFO Oliver Neu sowie die Aufsichtsräte Melanie Freytag und Dietmar Voggenreiter tätigten Insiderkäufe im kumulierten Wert von über 600.000 Euro, direkt nach Bekanntgabe der Quartalszahlen.

Auch institutionelle Investoren bauen ihre Positionen aus. Goldman Sachs meldete am 5. August eine Erhöhung seiner Gesamtposition an der Deutz AG auf 5,75 Prozent, nach zuvor 5,14 Prozent, während der Anteil an direkt gehaltenen Stimmrechten auf 0,92 Prozent stieg. BlackRock zog kurz zuvor nach und meldete zum Schwellenberührungsdatum 23. Juli eine leichte Erhöhung der zugerechneten Stimmrechte auf 3,01 Prozent, nach zuvor 2,94 Prozent.

Kapitalerhöhung als nächste Hürde

Der Vorstand bestätigte im Zuge der Halbjahreszahlen die Prognose für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatzziel von 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro und einer EBIT-Rendite zwischen 5,0 und 6,5 Prozent. Durch die FFG-Übernahme sollen die eigentlich für 2030 gesteckten Ziele von 4 Milliarden Euro Umsatz deutlich früher erreicht werden.

Voraussetzung dafür ist eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, mit der die bisherigen FFG-Eigentümerfamilien als langfristige Ankeraktionäre mit bis zu 29,9 Prozent an der Deutz AG beteiligt werden sollen. Über diese Maßnahme entscheidet eine außerordentliche, virtuelle Hauptversammlung am 24. August.

Operativ hat Deutz mit ARX Robotics zudem Ende Juli den Start der industriellen Serienproduktion des unbemannten Bodensystems „GEREON“ für den Verteidigungssektor bestätigt – ein weiterer Baustein der Strategie, die Wehrtechnik-Sparte auszubauen.

Bis zur Hauptversammlung dürfte der Markt die Kombination aus starken operativen Zahlen, breiter Insider- und Investorenunterstützung sowie angehobenen Kurszielen als tragendes Argument für die jüngste Kursstärke werten.

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