Deutz: DZ Bank und Warburg erhöhen Kursziele

Zwei Banken heben ihre Bewertung der Deutz-Aktie an, während die Hauptversammlung über die milliardenschwere FFG-Übernahme abstimmt.

Die Kernpunkte:
  • DZ Bank und Warburg erhöhen Kursziele
  • Aktionäre stimmen über FFG-Deal ab
  • Goldman Sachs erhöht Anteil auf 5,69 Prozent
  • Aktie nähert sich wieder Jahreshoch

Kurz vor der entscheidenden Aktionärsabstimmung zur FFG-Übernahme haben zwei Analysehäuser ihre Einschätzung zur Deutz-Aktie angehoben. Die DZ Bank stufte das Papier am 10. August mit „Kaufen“ ein und erhöhte das Kursziel auf 12 Euro.

Warburg Research bestätigte im selben Zeitfenster ebenfalls die Einstufung „Buy“ und siedelte sein Kursziel bei 13,20 Euro an – beide Häuser reagierten damit auf die vorgelegten Halbjahreszahlen und die absehbare Beschleunigung der Wachstumsstrategie durch die geplante Übernahme.

Aktionäre entscheiden heute über Finanzierung

Am heutigen Montag kommen die Deutz-Aktionäre zur außerordentlichen Hauptversammlung zusammen, um über die Finanzierung und die begleitende Kapitalmaßnahme für den 1,6 Milliarden Euro schweren Erwerb der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft FFG abzustimmen.

Die Zustimmung gilt als Schlüsselschritt für den Vollzug der Transaktion, nachdem das Bundeskartellamt bereits vor gut drei Wochen die unbedingte Freigabe erteilt hatte. Vollständig unter Dach und Fach ist der Deal damit noch nicht – neben dem Aktionärsvotum stehen weitere Behördenzustimmungen aus.

Die Übernahme von FFG soll dem Unternehmen zufolge die für 2030 gesteckten Ziele deutlich früher erreichbar machen. Die Halbjahreszahlen, die vor rund zwei Wochen vorgelegt wurden, hatten die Erwartungen bereits übertroffen: Der Umsatz stieg auf 1.115,3 Millionen Euro, das bereinigte EBIT lag bei 79,7 Millionen Euro.

Deutz bestätigte zugleich die Jahresprognose mit einem Umsatzkorridor von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 6,5 und 8,0 Prozent.

Institutionelles Interesse und Insiderkäufe als Begleitmusik

Parallel zur FFG-Geschichte hatte die Investmentbank Goldman Sachs eine Stimmrechtsmitteilung nach § 40 WpHG veröffentlicht: Nach Überschreiten der 5-Prozent-Schwelle am 4. August hält sie inzwischen 5,69 Prozent an Deutz, zuvor waren 4,47 Prozent gemeldet. Diese Aufstockung liegt gut drei Wochen zurück, seither hat die Aktie um 5,8 Prozent zugelegt.

Auch aus den eigenen Reihen kam ein Signal des Vertrauens: Vorstandsmitglied Dr. Sebastian C. Schulte meldete vor gut zwei Wochen einen Directors‘-Dealing-Kauf. Medienberichten zufolge wurde der deutliche Kursanstieg der Aktie in diesem Zeitraum auch mit Rüstungsfantasie rund um Deutz in Verbindung gebracht.

Kurs nähert sich wieder dem Jahreshoch

Die Gemengelage aus Übernahmefantasie, positiven Analystenstimmen und institutionellem Zukauf spiegelt sich im Kursverlauf wider. Am Freitag schloss die Deutz-Aktie mit einem Plus von 3,3 Prozent bei 10,39 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 22 Prozent zu Buche.

Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen dem Papier derzeit noch 17 Prozent – Spielraum, den die heutige Entscheidung der Aktionäre in die eine oder andere Richtung bewegen könnte.

Über die aktuelle Marktkapitalisierung von 1,59 Milliarden Euro hinaus richtet sich der Blick der Anleger auch auf das operative Geschäft abseits der Übernahme: Ab dem 2. September präsentiert sich Deutz erstmals auf der Messe Electric & Power Indonesia in Jakarta – ein Schritt, der den Ausbau des Energiegeschäfts in Südostasien unterstreichen soll. Das eigentliche Kursbarometer für die kommenden Tage bleibt jedoch das heutige Votum der Hauptversammlung über die FFG-Finanzierung.

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