Deutz: Gewinnwarnung bringt Aktie stark unter Druck

Der Motorenbauer Deutz schockte am gestrigen Abend die Marktteilnehmer mit einer Gewinnwarnung. Danach erwartet das Unternehmen, weder die gesetzten Ziele beim Umsatz noch beim Gewinn erreichen zu können.

 

© Deutz AG
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Bisher ging Deutz von einem Umsatzrückgang von rund 10% aus, jetzt erwartet man hier einen Rückgang von rund 20%. Auch beim EBIT ruderte der Vorstand zurück. Nachdem man bisher von einer EBIT-Marge von 3% ausgegangen war, wird jetzt nur noch ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

 

Deutz durch niedrige Auftragslage belastet

Zum einen liegt die Ursache für die Gewinnwarnung darin, dass viele Kunden aufgrund der neuen Abgasverordnung der EU ihre Bestellungen im vergangenen Jahr bereits vorgezogen hatten. Diese Unternehmen verfügen nun über hohe Lagerbestände, die langsamer als erwartet abgebaut werden.

Dadurch spürt Deutz ein verhaltenes Geschäft im laufenden Quartal und die niedrige Auftragslage lässt auch zu wünschen übrig. Zum anderen verzeichnet der Konzern eine Investitionszurückhaltung in den Endmärkten.

 

Wie geht es weiter?

Derzeit sieht man sich aufgrund der aktuellen Situation darüber hinaus nicht in der Lage, eine Prognose für das kommende Geschäftsjahr abzugeben.

Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres rechnete der Konzern mit einem rückläufigen Geschäft. Durch den schwachen Euro und umgehend eingeleitete Sparmaßnahmen konnte Deutz jedoch erfolgreich gegensteuern und so sogar zum Jahresbeginn eine deutliche Gewinnsteigerung ausweisen.

 

Starke Ergebnissteigerung im 1. Halbjahr

Im 1. Halbjahr verzeichnete Deutz bereits einen Rückgang der Auftragseingänge um 10,2%. Der Absatz ging um 21,2% zurück. Beim Umsatz ging es um 11% auf rund 670 Mio. Euro zurück, bedingt durch die vorgenannten Effekte. Das EBIT lag mit 20,3 Mio. Euro jedoch noch auf dem Niveau des Vorjahres mit 20,1 Mio. Euro. Dagegen stieg das Konzernergebnis um 14 Mio. Euro auf 16,7 Mio. Euro. Ebenso der Free Cashflow. Hier ging es um 17,3 Mio. Euro auf 26,2 Mio. Euro aufwärts.

 

Aktie im Sinkflug

Kurz vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen konnte die Aktie von Deutz noch kräftig zulegen und markierte bei 5,64 Euro ein neues Jahreshoch. Diese Höhen sind derzeit in weiter Ferne. Nachbörslich verlor die Aktie an der Frankfurter Börse gestern mehr als 11% und auch heute ging es hier bereits um einige Prozente in Frankfurt abwärts.

150916 Deutz

Es ist damit zu rechnen, dass sich der Druck auf die Aktie damit heute weiter verstärkt. Neben der aktuellen Gewinnwarnung bleibt die Unsicherheit über die Entwicklung im kommenden Geschäftsjahr. Insofern raten wir derzeit bei Deutz zur Vorsicht. Investierte Anleger sollten ihr Investment zum jetzigen Zeitpunkt auf den Prüfstand stellen.

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