Deutz: GridCube auf EUROSATORY

Trotz neuer Militärsysteme auf der EUROSATORY fällt die Deutz-Aktie weiter. Der Markt vermisst konkrete Finanzziele.

Die Kernpunkte:
  • Neue Militärsysteme auf EUROSATORY präsentiert
  • GridCube für dezentrale Notstromversorgung vorgestellt
  • Hochleistungspumpe für Drohnen entwickelt
  • Aktie verliert 16 Prozent im Monat

Deutz will mehr sein als ein klassischer Motorenbauer. Der Konzern drängt tiefer in den Rüstungssektor. Auf der Militärmesse EUROSATORY präsentiert das Unternehmen neue Systeme für Drohnen und kritische Infrastruktur. Die Börse reagiert darauf bisher eiskalt.

Strom für den Ernstfall

Im Zentrum der neuen Strategie steht der sogenannte GridCube. Deutz hat dieses Energiemanagementsystem gemeinsam mit HDC Solutions entwickelt. Es vernetzt verschiedene Stromquellen und Speicher dezentral miteinander. Das System greift bei Blackouts oder Netzschwankungen ein.

Deutz zielt damit auf militärische Camps und geschützte Regierungsgebäude ab. Der Motorenbauer liefert die Hardware und übernimmt die Produktion. HDC Solutions steuert die Software für das System bei. Das Vorhaben wird wissenschaftlich von der Technischen Universität Graz begleitet.

Drohnen statt Diesel

Parallel dazu baut der Konzern sein Geschäft mit unbemannten Systemen aus. Die Tochterfirma SOBEK stellt eine neue Hochleistungs-Kraftstoffpumpe vor. Sie ist speziell für militärische Drohnen konstruiert. Die Pumpe arbeitet extrem präzise und spart Gewicht.

Das Management betont die wachsende Bedeutung dieses Segments. Das Verteidigungs-Ökosystem von Deutz umfasst nun Verbrennungsmotoren, Hybridantriebe und dezentrale Stromversorgung. Ein klarer Strategiewechsel.

Aktie im Abwärtsstrudel

Am Aktienmarkt zündet die Rüstungsfantasie aktuell nicht. Die Papiere schlossen am Mittwoch bei 9,00 Euro. Auf Sicht eines Monats verlor der Titel rund 16 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator von 33 signalisiert eine stark abgekühlte Dynamik.

Langfristig sieht das Bild noch freundlicher aus. Auf Jahressicht steht ein Plus von 23 Prozent auf der Kurstafel. Technisch ist die Lage angespannt. Der Kurs rutschte unter die wichtige 200-Tage-Linie bei 9,56 Euro.

Die neuen Präsentationen liefern dem Markt keine frischen Finanzziele. Deutz zeigt lediglich seine strategische Stoßrichtung in der neuen Defense-Sparte. Wirkliche Impulse für den Aktienkurs erfordern handfeste Zahlen. Das Management muss nun beweisen, dass aus den Messemodellen verbindliche Großaufträge entstehen.

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