Deutz: Umsatz bis 2030 auf 4 Milliarden geplant

Deutz-Aktie gibt nach Höhenflug nach. Der Motorenhersteller treibt mit der FFG-Übernahme die milliardenschwere Wende zum Rüstungskonzern voran.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um 2,79 Prozent
  • Milliardendeal mit FFG Flensburg
  • Umsatzverdopplung bis 2030 geplant
  • Analysten sehen Kurspotenzial

Die Deutz-Aktie hat sich am Donnerstag von ihrem jüngsten Höhenflug etwas entfernt. Nach dem Schlusskurs von 10,03 Euro am Mittwoch gab das Papier um 2,79 Prozent nach und notiert aktuell bei 9,75 Euro. Der Rücksetzer kommt, nachdem der Motorenhersteller aus Köln binnen weniger Wochen eine der größten strategischen Weichenstellungen seiner Unternehmensgeschichte eingeleitet hat: den Einstieg in den Verteidigungssektor über eine milliardenschwere Übernahme.

FFG-Deal soll Umsatz bis 2030 verdoppeln

Am 9. Juli unterzeichnete Deutz eine Vereinbarung zum vollständigen Erwerb der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro. Mit dem Zukauf will der Konzern seinen Umsatz bis 2030 auf 4 Milliarden Euro verdoppeln und sich als Anbieter für Sicherheits- und Verteidigungstechnik positionieren. Deutz hielt dazu eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren ab, in der das Management die Details der Transaktion erläuterte.

Am 22. Juli reagierte die Aktie auf weitere Angaben zur geplanten Transformation mit einem Kurssprung von 6,56 Prozent im Xetra-Handel. Auslöser waren Details zu einer Sachkapitalerhöhung, über die die Eigentümerfamilien von FFG als neue Ankeraktionäre einsteigen sollen – mit einem Anteil von bis zu 29,9 Prozent. Über diese Kapitalmaßnahme soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 24. August entscheiden.

Der Rüstungskurs zeigt sich auch operativ bereits in mehreren Bausteinen: Im Ulmer Werk startete am 7. Juli gemeinsam mit ARX Robotics die erste Serienproduktion des unbemannten Bodensystems „GEREON“. Anfang Juni präsentierte Deutz auf der Fachmesse Eurosatory ein erweitertes Portfolio für Sicherheit und Verteidigung, ergänzt um eine Partnerschaft mit HDC Solutions zur Entwicklung resilienter Energielösungen für militärische und kritische Infrastrukturen.

Prognose bestätigt, Zahlen zeigen Wachstum

Parallel zur strategischen Neuausrichtung lieferte Deutz zuletzt solide operative Daten. Am 21. Juli bestätigte der Konzern seine Jahresprognose 2026: Der Umsatz soll zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro liegen, die bereinigte EBIT-Marge zwischen 6,5 und 8,0 Prozent. Grundlage dafür ist ein starkes erstes Quartal: Der Auftragseingang legte um 41,2 Prozent auf 771,0 Millionen Euro zu, der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 530,0 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT kletterte auf 37,3 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 7,0 Prozent.

Auch außerhalb des Verteidigungsgeschäfts expandiert Deutz. Anfang Juni schloss der Konzern die Übernahme des brasilianischen Stromgenerator-Herstellers Maxi Trust ab, nachdem im Mai der Markteintritt in Brasilien über die Sparte DEUTZ Energy angekündigt worden war. Von Maxi Trust erwartet Deutz einen profitablen Zusatzumsatz von rund 40 Millionen Euro. Zum 1. Juli bündelte der Konzern zudem seine Elektro- und Batterietechnologie-Töchter Urban Mobility Systems und Futavis unter der neuen Marke „DEUTZ NewTech“ – Teil der übergeordneten „Next DEUTZ“-Strategie.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Mehrere Analysehäuser bewerteten die FFG-Übernahme in den vergangenen Wochen positiv. Kepler Cheuvreux bestätigte am 15. Juli die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 12,00 Euro. Bereits am 10. Juli hatten Warburg Research mit einem Kursziel von 13,20 Euro und ODDO BHF mit 12,50 Euro jeweils ihre Kaufempfehlungen bekräftigt. Alle drei Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau der Aktie.

Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt die Deutz-Aktie ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,54 Euro mit einem Abstand von 2,16 Prozent leicht voraus. Zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das die Aktie am 27. Februar erreicht hatte, fehlen dem Papier aktuell noch 21,94 Prozent.

Blick nach vorn

Anleger richten den Blick nun auf den Bericht zum ersten Halbjahr 2026, den Deutz für den 6. August angekündigt hat. Wenige Wochen später, am 24. August, entscheidet die außerordentliche Hauptversammlung über die Sachkapitalerhöhung im Rahmen der FFG-Transaktion – ein Termin, der über die künftige Aktionärsstruktur des Konzerns mitbestimmen dürfte. Die nächste reguläre Quartalsmitteilung zum dritten Quartal ist für den 5. November terminiert.

Anzeige

Deutz AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutz AG-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Deutz AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutz AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Deutz AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Deutz AG