DHL Group Aktie: Prognose deutlich angehoben
Der Logistikkonzern erwartet für 2026 mehr EBIT und freien Cashflow, plant zugleich höhere Investitionen.

- Konzernumsatz im dritten Quartal über zwölf Prozent höher
- Express-EBIT steigt auf rund 1,035 Milliarden Euro
- Jahresziel für Konzern-EBIT über 7,0 Milliarden Euro
- Investitionsplan wächst auf rund 3,6 Milliarden Euro
Nach Börsenschluss legt der Bonner Logistikkonzern nach: DHL hebt die Gewinnprognose für 2026 spürbar an. Auslöser ist ein starkes drittes Quartal, getragen vor allem vom Expressgeschäft. Die Mitteilung kam als Ad-hoc, die vollständigen Zahlen folgen erst im November.
Express treibt das Quartal
Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um mehr als 12 Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro. Das EBIT legte um rund 16 Prozent auf etwa 1,71 Milliarden Euro zu.
Den Löwenanteil lieferte DHL Express. Die Sparte steigerte ihr EBIT von 692 Millionen auf rund 1,035 Milliarden Euro. Der Vorstand nennt Kosten- und Ertragsmaßnahmen sowie eine bessere Auslastung durch mehr transportiertes Gewicht als Gründe. Ein Teil des Plus ist allerdings situationsbedingt: Die Kapazitätsknappheit im Luftfrachtmarkt brachte Express nach Unternehmensangaben rund 100 Millionen Euro an positiven Effekten.
Auch Global Forwarding wuchs auf etwa 260 Millionen Euro, Supply Chain kam auf rund 300 Millionen. Schwächer lief es bei eCommerce mit etwa 50 Millionen Euro, wobei das Vorjahr von Sondereffekten geprägt war. Post & Paket Deutschland erreichte rund 150 Millionen Euro, nach 218 Millionen im Vorjahr.
Höhere Ziele, höhere Investitionen
Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun ein Konzern-EBIT von über 7,0 Milliarden Euro. Bisher standen über 6,5 Milliarden im Plan. Begründet wird die Anhebung mit der anhaltenden Ergebnisdynamik und ersten Anzeichen für ein robustes Schlussquartal.
Für die DHL-Bereiche steigt die Erwartung auf über 6,4 Milliarden Euro, zuvor waren es über 5,9 Milliarden. Unverändert bleibt das Ziel für Post & Paket Deutschland mit über 900 Millionen Euro.
Beim freien Cashflow ohne Netto-M&A peilt der Konzern jetzt mehr als 3,2 Milliarden Euro an, bisher rund 3,0 Milliarden. Im dritten Quartal belasteten Zahlungen im Zusammenhang mit den IEEPA-Zöllen den Cashflow netto mit rund 255 Millionen Euro.
Zugleich fährt DHL die Investitionen hoch. Die Capex-Planung steigt auf rund 3,6 Milliarden Euro, nach zuvor 3,0 bis 3,3 Milliarden. Das Management will damit ausgewählte Chancen in der aktuellen Geschäftsdynamik nutzen. Marktbeobachter dürften genau hinschauen, ob höhere Ausgaben die Cashflow-Stärke dämpfen.
Termine
Die Mittelfristprognose, die ein EBIT von über 7 Milliarden Euro in einem normalisierten Umfeld vorsieht, prüft DHL im kommenden März. Angesichts der neuen Jahresziele wirkt sie bereits eingeholt. Die vollständigen Quartalszahlen veröffentlicht der Konzern wie geplant am 5. November 2026.
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