Die 1,8-Prozent-Erlösung, der Wolfsburger US-Schock und Nvidias deutscher Zwilling
Die deutsche Inflationsrate sinkt auf 1,8 Prozent und treibt den DAX an, während Volkswagen und Audi mit dramatischen Absatzeinbrüchen auf dem US-Markt konfrontiert sind.

- Deutsche Inflation fällt unter EZB-Zielmarke
- DAX erreicht neuen Rekordstand
- VW und Audi verlieren stark in den USA
- Nvidia und Siemens vertiefen KI-Partnerschaft
Liebe Leserinnen und Leser,
manchmal ist das wichtigste Geräusch an der Börse die Stille – jenes Geräusch, das entsteht, wenn ein Angstgegner den Raum verlässt. Über Jahre hinweg starrten wir wie das Kaninchen auf die Schlange der Geldentwertung. Heute Nachmittag hat sich dieses Kapitel mit einer einzigen Zahl faktisch erledigt.
Das Statistische Bundesamt meldete für den Dezember eine Inflationsrate von nur noch 1,8 Prozent. Wir kommen von 2,3 Prozent im Vormonat und landen nun sanft unter der Zielmarke der EZB. Das Gespenst ist weg. Was bleibt, ist der Weg frei für billigeres Geld und eine DAX-Rallye, die heute fast die psychologische Schallmauer durchbrochen hätte.
Doch während die Makro-Daten feiern, brennt es in der Realwirtschaft lichterloh – von den Absatzzahlen in Wolfsburg bis zu den Kabelbrücken in Berlin.
Willkommen zu einer Ausgabe zwischen Zins-Euphorie und Industrie-Tristesse.
Die Erlösung: 25.000 Punkte in Reichweite
Der DAX hat die Einladung der Statistiker dankend angenommen. Im Hoch fehlten heute keine 31 Punkte zur magischen Marke, bevor der Index bei einem neuen Rekordstand von 24.892 Punkten (+0,1 %) den Handel beendete. Die Botschaft der 1,8-Prozent-Inflation kam am Rentenmarkt sofort an: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,84 Prozent. Sinkende Zinsen wirken wie Sauerstoff für Aktienbewertungen.
Doch die Flut hebt diesmal nicht alle Boote. Adidas fand sich nach einer Abstufung durch die Bank of America am Tabellenende wieder (–3,6 %). Analystenurteile wirken in dünnen Märkten oft wie selbsterfüllende Prophezeiungen. Ganz anders die Stimmung bei Infineon (+4,8 %): Der Chiphersteller saugt den Optimismus auf, der derzeit aus Las Vegas herüberschwappt.
Las Vegas: Der “ChatGPT-Moment” für die Fabrik
Während wir auf Inflationskurven schauten, definierte Nvidia-CEO Jensen Huang in der Nacht zu heute auf der CES 2026 die nächste Ära. Er rief den “ChatGPT-Moment für physische KI” aus. Die Logik: Bisher generierte KI Texte und Bilder; jetzt lernt sie, Roboter zu steuern und sich in der physischen Welt zu bewegen.
Hier wird es für den Standort Deutschland interessant, denn die körperlose Intelligenz aus Kalifornien sucht sich einen deutschen Körper. Nvidia und Siemens vertiefen ihre Partnerschaft, um ein “industrielles KI-Betriebssystem” zu schaffen. Der Plan: Siemens liefert das Domänenwissen der Fabrikhalle, Nvidia die Rechenpower der neuen “Vera Rubin”-Plattform.
Für den Münchner Konzern ist das die Flucht nach vorn in die Marge. Die Vision ist die vollständige Simulation und Steuerung von Produktionsketten durch KI. Auch Mercedes-Benz sichert sich mit der “DRIVE AV”-Software im neuen CLA Zugang zu dieser Rechenpower. Das autonome Fahren, oft totgesagt, zeigt wieder Lebenszeichen.
Genau zu diesem Thema hat Tech-Experte Bernd Wünsche eine umfassende Analyse zum globalen Chip-Krieg zwischen den USA und China durchgeführt. In seiner aktuellen Sondersendung identifiziert er ein Unternehmen, das er als “die neue Nvidia” bezeichnet – einen Halbleiter-Giganten, der vom 624-Milliarden-Dollar-Chip-Markt massiv profitieren könnte. Wünsche zeigt konkret, wie der US-amerikanische “CHIPS Act” mit 280 Milliarden Dollar Fördervolumen die gesamte Branche beflügelt und welche Aktie davon besonders profitieren könnte. Sie erfahren, warum selbst Warren Buffett den Halbleiter-Sektor als attraktives Investment betrachtet und wie Sie mit dieser Technologie-Aktie von der Kombination aus Mikrochips und KI-Boom profitieren können. Die Analyse zeigt auch, warum europäische Chip-Aktien laut Goldman Sachs weniger überbewertet sind als ihre US-Pendants. Details zur Chip-Krieg-Analyse und der neuen Nvidia-Aktie
Wolfsburg: Der amerikanische Albtraum
Der Kontrast zur Tech-Euphorie könnte härter kaum sein. Während Mercedes in Nevada Zukunftsmusik spielt, holt Volkswagen die brutale Gegenwart ein. Die heute veröffentlichten US-Absatzzahlen für 2025 gleichen einem Offenbarungseid. Die Kernmarke VW verlor 13 Prozent an Volumen.
Noch dramatischer ist der Absturz der Ingolstädter Tochter: Audi meldet ein Minus von 16 Prozent im Gesamtjahr – im vierten Quartal brach der Absatz sogar um katastrophale 36 Prozent ein. Die Hoffnung, der US-Markt könne als Ausgleichsventil für die Schwäche in China und Europa dienen, hat sich als Illusion erwiesen. Wenn deutsche Ingenieurskunst im wichtigsten Konsummarkt der Welt nicht mehr zieht, haben wir kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem.
Dass es auch anders geht, beweist Daimler Truck. Die Lkw-Sparte legte heute über 5 Prozent zu. Die Investitionsgüter laufen, während der PKW-Konsument streikt – eine gefährliche Divergenz.
Geopolitik: Der Angeklagte und das Öl
Ein Blick nach New York, wo gestern das juristische Nachspiel des Umsturzes in Venezuela begann. Nicolás Maduro plädierte vor Gericht auf “nicht schuldig” und versuchte sich mit dem Status eines “Kriegsgefangenen” zu immunisieren.
Die Märkte reagieren auf diese historische Zäsur mit bemerkenswerter Kälte. Der Ölpreis (Brent) gab zuletzt sogar leicht nach und notiert bei 61,30 US-Dollar. Die Händler ignorieren das politische Theater und preisen stattdessen das Szenario ein, das Donald Trump skizzierte: Eine von den USA “geleitete” venezolanische Ölindustrie, die binnen 18 Monaten die Produktion hochfährt. Das geopolitische Risiko weicht der Erwartung einer Angebotsschwemme. Das “Schwarze Gold” verliert seinen Angstaufschlag.
Der wunde Punkt: Sabotage in Berlin
Zum Abschluss ein beunruhigender Blick vor die eigene Haustür. Die Bundesanwaltschaft hat heute die Ermittlungen zum Brandanschlag auf die Berliner Stromversorgung übernommen. Der Verdacht: verfassungsfeindliche Sabotage.
Der Vorfall, bei dem am Wochenende Kabelbrücken brannten, legt die Fragilität unserer Infrastruktur offen. Wir diskutieren über “physische KI” und vernetzte Siemens-Fabriken, doch die physische Sicherheit der Energienetze erweist sich als Achillesferse. Digitalisierung ohne Strom ist nur ein teurer Traum.
Fazit
Der heutige Dienstag hat uns mit der 1,8-Prozent-Inflation ein makroökonomisches Geschenk gemacht. Die 25.000 Punkte im DAX sind greifbar. Doch die Euphorie über billigeres Geld überdeckt nur mühsam die Risse im Fundament der “Old Economy”, wie VW schmerzhaft beweist. Der nächste Realitätscheck folgt am Freitag mit den US-Arbeitsmarktdaten. Bis dahin genießt der Markt die Stille an der Preisfront.
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