Die 25.000er-Blockade, Linnemanns 80.000-Euro-Vorstoß und die Krypto-Eskalation
Der DAX zögert vor der 25.000-Punkte-Marke, während Bitcoin die 70.000 Dollar festigt und die CDU eine Steuerentlastung für die Mittelschicht fordert.

- DAX nähert sich der historischen 25.000er-Marke
- Bitcoin stabilisiert sich über 70.000 US-Dollar
- CDU fordert höhere Spitzensteuergrenze bei 80.000 Euro
- Broadcom holt im KI-Chipmarkt gegenüber Nvidia auf
Die 25.000er-Blockade, Linnemanns 80.000-Euro-Vorstoß und die Krypto-Eskalation
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt Sonntage, an denen die Finanzwelt kollektiv durchatmet, und solche, an denen sich hinter den Kulissen die tektonischen Platten verschieben. Dieses Wochenende gehört zur zweiten Kategorie. Während die Börsenparketts verwaist sind und uns die Wall Street morgen aufgrund des „Presidents Day“ sogar eine verlängerte Atempause gönnt, brodelt es abseits der klassischen Handelsplätze gewaltig.
Der DAX steht wie ein Bergsteiger kurz vor dem Gipfelkreuz, zögert jedoch vor dem letzten, historischen Schritt. Bitcoin hat derweil seine eigene Schwerkraft überwunden und zementiert seinen Ausbruch über die 70.000er-Marke. Und in Berlin? Da hat CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit einem steuerpolitischen Aufschlag die Debatte für die kommende Woche bereits vordefiniert.
Lassen Sie uns gemeinsam sortieren, was für Ihr Depot und Ihre Planung jetzt wichtig ist.
Der tanzende Elefant: DAX vor der historischen Hürde
Es ist ein fast schon quälendes Schauspiel: Der deutsche Leitindex flirtet intensiv mit der 25.000-Punkte-Marke, doch der entscheidende Funke für einen nachhaltigen Ausbruch fehlt noch. Zum Wochenausklang schloss der DAX bei rund 24.900 Punkten – in Sichtweite des Rekords, aber eben noch nicht dort.
Das Bild im Index ist dabei so gespalten wie selten zuvor. Auf der einen Seite haben wir Siemens, das als industrielles Zugpferd mit neuen Rekordhochs (zuletzt bei rund 257 Euro) den Index fast im Alleingang nach oben zieht. Auf der anderen Seite steht Mercedes-Benz, wo ein Gewinneinbruch die Aktie zuletzt um 5 Prozent drückte.
Die Analyse: Der Markt befindet sich in einer Zwickmühle. Die US-Arbeitsmarktdaten vom Januar waren mit 130.000 neuen Stellen (erwartet waren nur ca. 70.000) fast zu gut. Eine robuste Wirtschaft ist zwar erfreulich, aber sie nimmt der US-Notenbank Fed den Druck, die Zinsen schnell zu senken. Der Markt preist eine Zinssenkung nun eher für Juli als für Juni ein. Das dämpft die Party-Laune in Frankfurt etwas, auch wenn die US-Inflation mit 2,4 Prozent eigentlich Entwarnung signalisiert.
Krypto-Renaissance: Die Rückkehr der 70.000
Wer Krypto bereits abgeschrieben hatte, reibt sich an diesem Wochenende verwundert die Augen. Nachdem Bitcoin bereits gestern die psychologisch massive Marke von 70.000 US-Dollar zurückeroberte, bauten die Bullen ihre Position heute weiter aus. Aktuell notiert die Leitwährung bei rund 70.800 Dollar. Auch Altcoins wie Dogecoin (+17 Prozent) explodieren förmlich.
Was treibt diese Rallye? Es ist die klassische Flucht in „harte“ Assets, befeuert durch die niedrigeren US-Inflationsdaten vom Freitag. Wenn der Dollar durch sinkende Inflation real an Wert verliert, glänzt das digitale Gold wieder heller. Zudem sehen wir massive Zuflüsse in die US-Spot-ETFs – allein am 6. Februar flossen über 220 Millionen Dollar an einem einzigen Tag in die Produkte.
Interessant ist hierbei auch der Blick auf Pi Network. Nach dem Start des Open Mainnets im Februar 2025 durchläuft das Projekt nun eine echte Preisfindung und stabilisiert sich nach ersten Turbulenzen. Es zeigt: Der Markt ist wieder bereit für Spekulation, aber auch für neue Infrastruktur.
Berlin: Der Kampf um den „Mittelstandsbauch“
Während die Börsenkurse flimmern, wird in Berlin der Wahlkampf-Modus hochgefahren. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sorgte heute für den politischen Aufreger des Tages: Er fordert, dass der Spitzensteuersatz erst ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro greift – statt wie bisher bei 68.000 Euro.
Warum das wichtig ist: Deutschland leidet unter dem sogenannten „Mittelstandsbauch“. Facharbeiter und gut verdienende Angestellte rutschen viel zu schnell in die höchste Steuerprogression. Linnemanns Vorstoß zielt genau auf diese Leistungsträger. Die Reaktionen aus dem linken Lager ließen nicht lange auf sich warten: SPD und Grüne werfen der Union „Klientelpolitik für Besserverdienende“ vor.
Für Anleger und Unternehmer ist diese Debatte entscheidend. Sollte sich eine solche Reform nach der nächsten Wahl durchsetzen, würde das die Kaufkraft der breiten Mittelschicht stärken – ein potenzieller Konjunkturtreiber für binnenmarktorientierte Unternehmen.
Geopolitik: Merz, Graham und die neue Achse
Ein bemerkenswerter Satz fiel am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, der in den deutschen Medien vielleicht etwas unterging, aber für die transatlantischen Beziehungen Gold wert ist. Der einflussreiche US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham lobte Bundeskanzler Friedrich Merz ausdrücklich für dessen harte Haltung gegenüber dem Iran („Iran wird fallen“).
Graham stellte Merz in eine Reihe mit jenen, die Trump „durchschaut“ hätten. In einer Zeit, in der Europa nervös auf die US-Handelspolitik blickt, ist dieser „gute Draht“ des Kanzlers nach Washington eine harte Währung. Gleichzeitig sehen wir, wie US-Außenminister Rubio durch Osteuropa tourt, um die Bindungen zu Ungarn und der Slowakei zu festigen – ein klares Zeichen, dass die USA ihren Einfluss in Europa selektiv neu justieren.
Tech-Duell: Broadcom jagt Nvidia
Zum Schluss noch ein Blick in den Maschinenraum der KI-Revolution. Während Nvidia lange Zeit als unangefochtener König der KI-Chips galt, formiert sich die Verfolgergruppe. Analysten der UBS trauen Broadcom zu, im KI-Segment massiv Boden gutzumachen. Die Prognose ist sportlich: 60 Milliarden Dollar KI-Umsatz in diesem Jahr, über 100 Milliarden in 2027.
Das zeigt: Der KI-Boom ist keine „One-Man-Show“ mehr. Für Ihr Portfolio bedeutet das: Diversifikation innerhalb des Sektors wird wichtiger. Setzen Sie nicht alles auf eine Karte, auch wenn sie grün ist und Nvidia heißt.
Der Ausblick
Morgen, am Montag, bleiben die US-Börsen wegen des „Presidents Day“ geschlossen. Das bedeutet oft geringe Liquidität und wenig Impulse für den DAX. Doch der Rest der Woche hat es in sich:
- Mittwoch: Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung (Minutes) wird veröffentlicht – wir suchen nach Hinweisen, ob die Zinssenkung im Juli wirklich steht.
- Freitag: Neue US-BIP-Daten und der PCE-Deflator (das Lieblings-Inflationsmaß der Fed).
- Corporate: E.ON rückt in den Fokus, da die Aktie charttechnisch die 20-Euro-Marke ins Visier nimmt und Analysten positiv gestimmt sind.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Sonntagabend und einen klaren Kopf für die kommende Handelswoche. Die 25.000 Punkte im DAX sind nur eine Zahl – aber manchmal sind es genau diese Zahlen, die Geschichte schreiben.
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