Die 5.000-Dollar-Mauer, Intels Realitätsschock und der kalte Wind aus Washington

Gold nähert sich der 5.000-Dollar-Marke, während Intel-Aktien abstürzen und die deutsche Industrie unter geopolitischen Spannungen leidet. Die Märkte zeigen sich nervös.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis erreicht nahezu 5.000 US-Dollar
  • Intel-Aktie verliert massiv an Wert
  • Geopolitische Spannungen belasten Märkte
  • Deutsche Industrie zeigt erste Schwächezeichen

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Zahlen, die an den Märkten nicht einfach nur Kurse markieren, sondern wie Sirenen heulen. Wenn eine Unze Gold an der 5.000-US-Dollar-Schwelle kratzt – und sie in dieser Woche fast berührt hat –, dann ist das kein gewöhnliches Handelsgeschehen mehr. Es ist ein Misstrauensvotum gegen die geopolitische Stabilität.

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Während wir an diesem Samstagabend auf eine Woche zurückblicken, die von arktischen Gebietsansprüchen bis zu gescheiterten Friedensgesprächen alles bot, was Investoren den Schlaf raubt, zeigt sich eine gefährliche Divergenz: Die alten sicheren Häfen glänzen, während die technologischen Hoffnungsträger der Zukunft plötzlich stolpern.

Hier ist, was Sie für den Rest des Wochenendes wissen müssen.

Der goldene Kanarienvogel in der Kohlemine

Beginnen wir mit dem Elefanten – oder besser gesagt, dem Goldbarren – im Raum. Der Goldpreis hat die Woche mit einem historischen Plus von fast 8,5 Prozent beendet und schloss gestern bei 4.981 US-Dollar, nachdem er im Handelsverlauf kurzzeitig sogar noch höher notierte. Das ist nicht nur ein Allzeithoch; es ist eine psychologische Zäsur.

Warum jetzt? Die Antwort liegt in einer toxischen Mischung aus alter und neuer Geopolitik. Die Gespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington in Abu Dhabi sind heute vorerst ergebnislos zu Ende gegangen. Gleichzeitig sorgt Donald Trumps aggressive Rhetorik bezüglich Grönland und neuerdings auch Kanada für Schnappatmung in den westlichen Bündnissen. Wenn der US-Präsident droht, unseren nördlichen Nachbarn Kanada mit 100-Prozent-Zöllen zu belegen, weil er dort ein Einfallstor für chinesische Waren wittert, wird Kapital scheu.

Gold fungiert hier als das ultimative Thermometer für das politische Fieber. Analysten sehen den Sprung über die 5.000er-Marke nur noch als eine Frage von Tagen. Es ist die Flucht aus dem „Papierversprechen” der Diplomatie in die physische Sicherheit.

Intels Realitätscheck: Wenn der Hype auf die Physik trifft

Während Gold glänzt, erlebte einer der Urväter des Silicon Valley gestern einen schwarzen Freitag. Die Intel-Aktie stürzte um über 14 Prozent ab – ein Kursdebakel, das mehr als 35 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtete.

Das Paradoxe daran: Es mangelt nicht an Nachfrage. Im Gegenteil, die Welt giert nach Chips für künstliche Intelligenz. Intels Problem ist, dass der Konzern schlicht nicht liefern kann. Lieferengpässe bei Server-CPUs bremsen das Geschäft aus. Es ist eine klassische Lektion in Sachen Ökonomie: Der größte Hype nützt nichts, wenn die Lieferkette (Supply Chain) nicht mitspielt.

Dies sendet ein Warnsignal an den gesamten Tech-Sektor, der die Nasdaq zuletzt auf Rekordhöhen getrieben hat. Die Kluft zwischen KI-Fantasie und industrieller Realität wird sichtbar. Zwar rief Börsen-Guru Jim Cramer noch dazu auf, die Aktie nicht aufzugeben („Wenn Sie aufgeben, machen Sie einen großen Fehler”), doch die Analystengemeinde bleibt skeptisch. Für den deutschen Anleger ist das relevant, weil es zeigt: Auch im Jahr 2026 ist Hardware „hard”.

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Genau diese Entwicklung zeigt, warum die Auswahl der richtigen Chip-Aktien entscheidend ist. Während Intel mit Lieferengpässen kämpft, gibt es andere Halbleiter-Unternehmen, die von der KI-Revolution massiv profitieren. In einem kostenlosen Webinar werden 4 Chip-Aktien analysiert, die als potenzielle Profiteure des Halbleiter-Booms gelten – mit konkretem Fokus auf Unternehmen, die ihre Lieferketten im Griff haben. Details zur Chip-Aktien-Analyse ansehen

Der kalte Wind aus Washington trifft Deutschland

Der Blick über den Atlantik ist für uns in Europa derzeit besonders frostig – und das liegt nicht nur an dem schweren Wintersturm, der gerade die US-Ostküste lahmlegt und tausende Lufthansa-Flüge am Boden hält.

Die neue US-Verteidigungsstrategie macht unmissverständlich klar: Europa ist wichtig, aber nicht mehr der Fokus. Die Priorität liegt auf der Heimatverteidigung und China. Das spürt auch Verteidigungsminister Boris Pistorius, der sich heute gezwungen sah, die Ehre der Bundeswehr gegen Trumps Kritik am Afghanistan-Einsatz zu verteidigen.

Wirtschaftlich schlägt sich diese Unsicherheit bereits nieder. BASF, das Schwergewicht der deutschen Chemieindustrie, verfehlte gestern die Erwartungen für das Gesamtjahr. Wenn ein Gigant wie BASF strauchelt, ist das oft ein Frühindikator für die gesamte deutsche Industrie, die zwischen hohen Energiekosten und geopolitischen Risiken eingekeilt ist. Der DAX hielt sich zum Wochenausklang zwar wacker bei knapp 24.900 Punkten, doch die Nervosität ist greifbar.

Bitcoin: Kein sicherer Hafen im Sturm?

Interessanterweise kann der Bitcoin von der aktuellen Unsicherheit nicht im gleichen Maße profitieren wie Gold. Der Kurs pendelt im Wochenverlauf nervös um die 89.000 bis 91.000 Dollar. Zwar gibt es bullische Stimmen, die auf sinkende Inflationsraten und Liquiditätsspritzen der Zentralbanken verweisen, doch die geopolitischen Spannungen – insbesondere die Zoll-Drohungen – scheinen den Krypto-Sektor eher zu belasten als zu beflügeln.

Kritiker wie Peter Schiff warnten bereits vor einem Crash, während institutionelle Anleger über ETFs zuletzt Gelder abzogen. Krypto bleibt in dieser Marktphase also vorerst ein Risiko-Asset („Risk-On”), kein Krisenschutz.

Was die nächste Woche bringt

Wir steuern auf ein „Grande Finale” des Januars zu. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar, steht der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed an. In einem Umfeld, in dem Goldrekorde Inflationsangst signalisieren und Tech-Aktien wackeln, wird jedes Wort von Jerome Powell auf die Goldwaage gelegt werden. Zudem erwarten uns die Quartalszahlen der Tech-Giganten Microsoft, Meta und Apple.

Für den Moment bleibt die Erkenntnis: In einer Welt, in der Diplomatie per Social Media gemacht wird und Lieferketten über Wohl und Wehe von Milliardenkonzernen entscheiden, ist Volatilität die einzige Konstante.

Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Rest des Wochenendes – hoffentlich ohne Stürme, weder vor dem Fenster noch im Depot.

Ihr

Felix Baarz

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