Die Davos-Illusion, der Gold-Kompass und der Tesla-Schock
Trumps Gewaltverzicht in der Grönland-Frage stabilisiert den DAX, doch drohende Zölle, ein Goldrekord und Stellenstreichungen bei Tesla signalisieren anhaltende Risiken.

- Trump dementiert militärische Gewalt gegen Grönland
- Goldpreis erreicht neues Allzeithoch bei 4.865 Dollar
- Tesla streicht massiv Stellen in Grünheide
- Drohende US-Zölle auf europäische Importe ab Februar
Liebe Leserinnen und Leser,
es war ein Moment, in dem die Stille in den Schweizer Alpen fast physisch spürbar wurde. Nicht wegen des Schneefalls in Davos, sondern weil Händler weltweit kollektiv die Luft anhielten. Als US-Präsident Donald Trump heute das Podium des Weltwirtschaftsforums betrat, rechneten viele Portfoliomanager mit der nächsten verbalen Eskalationsstufe im bizarren Arktis-Streit. Doch stattdessen lieferte Trump das, was die nervösen Märkte am dringendsten brauchten: Ein Dementi der Gewalt.
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„Ich werde keine Gewalt anwenden”, versicherte er bezüglich seiner Grönland-Ambitionen. Ein einziger Satz reichte aus, um den DAX von seinen Tagestiefs bei 24.350 Punkten zurückzuholen. Doch wer glaubt, das Gewitter sei vorübergezogen, der blickt nur auf den Blitz und überhört den Donner, der in Form von Zöllen und historischen Goldpreisen im Hintergrund grollt.
Lassen Sie uns diesen turbulenten Mittwoch einordnen.
Das „schöne Stück Eis” und die Zoll-Realität
Man muss Donald Trumps rhetorisches Talent anerkennen – oder zumindest seine Fähigkeit zum Branding. Grönland bezeichnete er heute fast poetisch als ein „großes, schönes Stück Eis”, das für die US-Sicherheit essenziell sei. Die Märkte klammerten sich dankbar an die Zusicherung, keine militärischen Mittel einzusetzen. Der deutsche Leitindex konnte seine Verluste eindämmen und schloss „nur” 0,6 Prozent leichter bei 24.561 Punkten.
Doch die Erleichterung über den ausbleibenden militärischen Konflikt verdeckt die ökonomische Bedrohung. Trump hält unbeirrt an seiner Drohung fest, ab dem 1. Februar Zölle von 10 Prozent auf Importe aus acht europäischen Ländern zu erheben – mit der Option einer Erhöhung auf 25 Prozent ab Juni. Während die Börsen kurzfristig aufatmen, bereitet sich die Realwirtschaft auf einen Handelskrieg vor. Das EU-Parlament hat bereits reagiert und die Umsetzung von Handelsdeals mit den USA gestoppt. Wir sehen hier das klassische Muster einer Bärenmarktrallye: Die Algorithmen feiern das Ausbleiben des Worst-Case-Szenarios, während sich die Fundamentaldaten weiter eintrüben.
Gold: Das Misstrauensvotum gegen das Papiergeld
Wenn Sie wissen wollen, wie nervös das große Geld wirklich ist, ignorieren Sie für einen Moment die Aktienkurse und blicken auf das Edelmetall. Gold markierte heute ein neues Allzeithoch von 4.865 US-Dollar.
Das ist kein spekulativer Hype mehr, das ist eine klassische Fluchtbewegung. Investoren trauen dem Frieden nicht. Das „Sell America”-Sentiment treibt Kapital in sichere Häfen. Dass Gold korreliert mit den Aktienmärkten steigt – oder zumindest stabil bleibt, während Aktien fallen –, ist ein Warnsignal erster Güte. Es deutet darauf hin, dass das Vertrauen in Währungen und staatliche Stabilität Risse bekommt. Wer Gold auf diesem Niveau kauft, wettet effektiv gegen die politische Berechenbarkeit. Und diese Wette zahlt sich 2026 bisher voll aus.
Der doppelte Industrie-Schock: Stahl und Tesla
Während in Davos über Geopolitik debattiert wird, frisst sich die Krise tiefer in den Standort Deutschland. Zwei Meldungen von heute illustrieren, dass es sowohl die „alte” als auch die „neue” Welt trifft:
Zum einen ist die deutsche Stahlproduktion auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009 gefallen. Stahl ist der erste Dominostein der Wertschöpfungskette; wenn hier die Nachfrage wegbricht, wird am Ende der Kette nicht mehr gebaut und produziert.
Zum anderen erreicht uns eine Hiobsbotschaft aus der vermeintlichen Zukunftsbranche: Tesla streicht in der Gigafactory Grünheide offenbar massiv Stellen. Die Rede ist von rund 1.700 Jobs – das sind fast 14 Prozent der Belegschaft und deutlich mehr als die ursprünglich angekündigten 400. Wenn selbst der Vorzeige-Ansiedlungserfolg der letzten Jahre den Rückwärtsgang einlegt und gleichzeitig VW in Zwickau Kapazitäten eher für Recycling als für Neuproduktion plant, müssen wir uns fragen: Woher soll das Wachstum 2026 kommen?
Passend dazu hat das EU-Parlament heute das Mercosur-Abkommen faktisch auf Eis gelegt und den EuGH eingeschaltet. In einer Zeit, in der Europa dringend neue Absatzmärkte bräuchte, um drohende Trump-Zölle auszugleichen, leistet sich Brüssel den Luxus der Selbstblockade.
Konsumenten zwischen Wolken und Streaming
Es ist jedoch nicht alles düster. United Airlines lieferte heute Zahlen, die zeigen, dass die Konsumlust zumindest in Teilen intakt ist. Ein Rekordumsatz und ein optimistischer Ausblick auf das laufende Jahr ließen die Aktie steigen. Die Menschen reisen, sie geben Geld für Erlebnisse aus – ein Trend, der sich hartnäckig hält.
Auch Netflix meldete einen Nutzerrekord von über 325 Millionen Abonnenten, getrieben von Blockbustern wie „Stranger Things”. Zwar reagierte die Aktie zunächst verschnupft auf den Ausblick, aber die fundamentale Botschaft bleibt: Digitale, skalierbare Geschäftsmodelle funktionieren weiter, während die physische, energieintensive Industrie in Europa ums Überleben kämpft.
Krypto: Der ausbleibende „Trump-Put”
Ein Wort noch zu Bitcoin. Die Hoffnung vieler Anleger, dass Trumps Auftritt in Davos den Kurs über die magische 100.000-Dollar-Marke hieven würde, hat sich zerschlagen. Trotz seiner vollmundigen Ankündigung, die USA zur „Krypto-Hauptstadt” machen zu wollen und den „Clarity Act” bald zu unterzeichnen, rutschte der Bitcoin heute unter 90.000 US-Dollar.
Hier sehen wir das klassische Phänomen „Buy the Rumor, Sell the News”. Zudem wirkt die geopolitische Unsicherheit bei Krypto anders als bei Gold: Bitcoin wird aktuell eher als Risiko-Asset gehandelt, das bei Unsicherheit abgestoßen wird, und nicht als der digitale sichere Hafen, den viele Evangelisten gerne sehen würden.
Fazit
Der heutige Mittwoch war ein Tag des Durchatmens, aber nicht der Entwarnung. Dass ein US-Präsident explizit erwähnen muss, keine Gewalt gegen einen NATO-Verbündeten anzuwenden, zeigt, wie weit sich die Koordinaten verschoben haben.
Für Ihr Depot bedeutet das: Die Volatilität ist gekommen, um zu bleiben. Die Erholung heute Abend ist fragil. Achten Sie auf den 1. Februar – sollte Trump seine Zolldrohung wahrmachen, wird das „schöne Stück Eis” nicht das Einzige sein, was die Stimmung abkühlt.
Was bedeutet das konkret für uns als Anleger in diesem volatilen Marktumfeld? Genau für solche turbulenten Phasen hat der Chefanalyst Carsten Müller ein Trading-System entwickelt, das sich Marktbewegungen zunutze macht – unabhängig davon, ob die Kurse steigen oder fallen. In seinem kostenlosen Webinar zur „Cash-Rallye” stellt er eine Strategie vor, die auf technischen Ausbrüchen, Volumenanalyse und fundamentalen Katalysatoren basiert und sektorübergreifend funktioniert – von Rüstungsaktien wie Rheinmetall über Energiewerte bis hin zu Tech-Giganten. Das System liefert zweimal wöchentlich konkrete Trading-Signale mit klaren Ein- und Ausstiegspunkten. Sie erfahren, wie Sie diese Signale in Ihrem eigenen Depot umsetzen können, und erhalten als Bonus einen Sektor-Report zu vier vielversprechenden Branchen. Details zur Cash-Rallye und kostenlose Anmeldung
Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Abend – vielleicht mit weniger Drama als auf der Weltbühne.
Herzlichst,
Ihr
Felix Baarz
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