Die Panzer-Dividende, das Bitcoin-Gerücht aus Caracas und der 24.868-Punkte-Rausch

Der deutsche Leitindex erreicht ein neues Allzeithoch, angetrieben von starken Rüstungswerten wie Rheinmetall. Der Ölpreis bleibt trotz der Krise in Venezuela stabil, während Bitcoin auf Spekulationen reagiert.

Die Kernpunkte:
  • DAX schließt bei neuem Rekordstand von 24.868 Punkten
  • Rheinmetall und Rüstungswerte profitieren von Aufträgen
  • Ölpreis zeigt kaum Reaktion auf Krise in Venezuela
  • Bitcoin steigt über 93.000 Dollar auf Gerüchte

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Tage an der Börse, an denen sich Zynismus und Rendite so nah kommen, dass kein Blatt Papier dazwischen passt. Der heutige Montag war eine solche Lehrstunde in Realpolitik. Während in New York der entmachtete venezolanische Ex-Präsident Nicolás Maduro dem Haftrichter vorgeführt wurde, knallten in Frankfurt die Sektkorken.

Wer nach den geopolitischen Erschütterungen des Wochenendes einen Dämpfer erwartet hatte, unterschätzte die Kaltblütigkeit des Kapitals. Der DAX zuckte nicht, er zündete den Nachbrenner. Wir erleben eine faszinierende Entkopplung: Während die Weltkarte brennt, wärmt sich das deutsche Parkett am Feuer der Rüstungskonjunktur.

Lassen Sie uns diesen denkwürdigen Start in die erste volle Handelswoche des Jahres analysieren.

Die Khaki-Rallye: Rekordjagd mit Beigeschmack

Es ist amtlich: Der DAX schloss heute mit einem Plus von 1,34 Prozent auf einem neuen Allzeithoch von 24.868,69 Punkten. Auch der MDax zog um 1,53 Prozent an. Doch der Index-Rekord täuscht über die wahre Natur dieser Bewegung hinweg. Es ist keine breite Konjunkturwette, sondern eine Flucht in die Sicherheit – oder besser: in das Geschäft mit der Sicherheit.

Der Treibstoff dieser Rallye ist olivgrün. Rheinmetall avancierte zum unangefochtenen Star des Tages, schoss um bis zu 9 Prozent nach oben und notiert nun jenseits der 1.720 Euro. Die Treiber sind so handfest wie zynisch: Die Bundeswehr stockte den Rahmenvertrag für Schützenpanzer-Munition auf rund eine Milliarde Euro auf, während Analystenhäuser von JP Morgan bis Barclays die steigenden NATO-Budgets bereits bis in die 2030er Jahre fortschreiben.

Der Sektor hat sich emanzipiert. Im MDax sprangen Renk und Hensoldt um jeweils rund 8 Prozent. Die Logik der Investoren ist bestechend simpel: Die Unsicherheit in der Ukraine und das Machtvakuum in Venezuela machen Rüstungsgüter zum “Must-have” des Jahres 2026. Flankiert wird dies von der Hoffnung auf eine Regierung Merz – das Schlagwort der “Infrastrukturmilliarden” macht die Runde und beflügelt die Fantasie einer staatlich finanzierten Re-Industrialisierung.

Caracas: Die Profiteure des Vakuums

Das vielleicht spannendste Phänomen ist jedoch die Stille am Ölmarkt, die wir bereits gestern beobachteten und die sich heute verfestigte. Brent-Öl handelt fast unbeeindruckt bei rund 61 US-Dollar, WTI sogar unter 58 Dollar. Der Markt hat sein Urteil gefällt: Venezuelas 300 Milliarden Barrel Reserven sind theoretisch vorhanden, aber praktisch auf Jahre hinaus im maroden Boden gefangen.

Die wahren Gewinner der “Operation Caracas” finden sich daher nicht im Ölpreis-Future, sondern an der Wall Street. Chevron (+4 Prozent) und ExxonMobil legten deutlich zu. Der Markt spielt hier eine klare Wette: Wenn die USA – wie Donald Trump heute mit der Formulierung “in charge” unmissverständlich klarstellte – die Verantwortung übernehmen, werden es US-Konzerne sein, die die Förderlizenzen erhalten. Das Vakuum in Caracas wird nicht durch Chaos gefüllt, sondern durch amerikanische Corporate Power.

Bitcoin: Die 60.000-Coin-Frage

Auch am Krypto-Markt sorgt der Regierungswechsel in Südamerika für wilde Spekulationen. Der Bitcoin kletterte heute kurzzeitig über die Marke von 93.000 Dollar, getrieben von einer Mischung aus Gier und Verschwörungstheorie.

Durch die Handelssäle geistert das Gerücht einer “Schattenreserve”: Venezuela könnte inoffiziell bis zu 60.000 BTC halten. Die Angst der Bären: Diese Bestände könnten von den USA beschlagnahmt und auf den Markt geworfen werden. Die Hoffnung der Bullen: Ein “Clean Slate” und institutionelle Akzeptanz. Einer lässt sich davon nicht beirren: MicroStrategy. Michael Saylor kaufte heute weitere 1.283 Bitcoin für 116 Millionen Dollar. Bemerkenswert ist dabei seine Sturheit – er bleibt seiner Linie treu, obwohl das Unternehmen im turbulenten letzten Quartal 2025 einen unrealisierten Verlust von über 17 Milliarden Dollar verbuchen musste.

Tech-Blick nach Vegas: Wenn KI Hände bekommt

Während wir auf geopolitische Landkarten starren, wird in Las Vegas die technologische Landkarte neu gezeichnet. Auf der CES 2026 richteten sich heute Abend alle Augen auf Jensen Huang. Der Nvidia-CEO machte in seiner Keynote die Marschrichtung klar: Weg von reinen Chatbots, hin zur “physischen KI”.

Nvidia, mittlerweile mit einer Bewertung von schwindelerregenden 4,6 Billionen Dollar, sieht die nächste Welle der Revolution in der Robotik. Dass dieser Tech-Optimismus auch auf Deutschland abfärbt, zeigte Aixtron. Der Anlagenbauer legte im DAX-Sog um 4 Prozent zu, beflügelt durch positive Kommentare des Branchenprimus ASML. Die Tech-Rallye hat auch hierzulande noch Puls.

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Ein Warnsignal aus der Realwirtschaft

Bevor die Euphorie überhandnimmt, lohnt ein Blick auf die nackten Zahlen der US-Wirtschaft. Der heute veröffentlichte ISM Manufacturing PMI fiel auf 47,9 Punkte. Das bedeutet: Die US-Industrie schrumpft weiter, zum zehnten Mal in Folge. Das Narrativ der “weichen Landung” bekommt Risse. Es ist die klassische Divergenz: Die Börsen feiern Rekorde, während die Fabriken drosseln.

Was das für Sie bedeutet

Der heutige Tag lehrt uns, dass politische Börsen sehr wohl lange Beine haben können – vorausgesetzt, die Story passt ins Portfolio. Der Rüstungssektor ist längst kein Nischeninvestment mehr, sondern eine makroökonomische Wette auf den fragilen Zustand der Weltordnung. Solange die Zentralbanken die Liquidität nicht abwürgen, scheinen die Märkte bereit, geopolitische Risiken eher als Kaufgelegenheit denn als Warnsignal zu interpretieren.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden Abend. Behalten Sie die Ticker im Auge – in Caracas wird Geschichte geschrieben, in Frankfurt wird sie eingepreist.

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