Diginex Aktie: 21. September 2026 als Frist
Die Diginex-Aktie notiert erneut unter einem Dollar, die Nasdaq-Frist läuft. Trotz Umsatzwachstum belasten hohe Verluste und eine ungewisse Übernahme die Lage.

- Kurs erneut unter kritischer Ein-Dollar-Marke
- Nasdaq-Frist endet im September 2026
- Reverse Split brachte nur kurze Erholung
- Geplante Übernahme als möglicher Rettungsanker
Der Reverse Split hat nichts gebracht. Diginex notiert wieder unter einem Dollar — und die Uhr tickt.
Der Kurs lag am Freitag bei 0,90 USD, rund 20 Prozent weniger als vor einem Monat. Das ist kein technisches Detail, sondern ein Compliance-Problem. Nasdaq hatte das Unternehmen bereits benachrichtigt, dass die Aktie 30 aufeinanderfolgende Handelstage unter der Mindestmarke von 1,00 USD geschlossen hatte. Daraus folgt eine 180-tägige Frist — sie endet am 21. September 2026.
Reverse Split verpufft
Im April hatte Diginex versucht, das Problem zu lösen. Das Unternehmen führte eine 8-für-1-Aktienzusammenlegung durch: Acht alte Aktien wurden zu einer neuen zusammengefasst. Die Zahl der ausstehenden Aktien sank von rund 232,8 Millionen auf etwa 29,1 Millionen. Der Kurs kletterte kurzfristig über die kritische Schwelle — hielt sich dort aber nicht. Seither ist die Aktie wieder deutlich zurückgefallen.
Erfüllt Diginex die Anforderungen bis September nicht, kann das Unternehmen eine weitere 180-tägige Schonfrist beantragen. Dafür muss es die übrigen Nasdaq-Standards erfüllen und schriftlich erklären, wie es den Mindestpreis wiederherstellen will — notfalls durch einen weiteren Reverse Split. Gelingt auch das nicht, droht das Delisting vom Nasdaq Capital Market.
Wachstum auf dem Papier, Verluste in der Kasse
Die Fundamentaldaten liefern ein widersprüchliches Bild. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres erzielte Diginex einen Umsatz von 2,05 Millionen USD — ein Plus von 293 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust weitete sich dabei auf 5,81 Millionen USD aus, ein Anstieg von 400 Prozent.
Auf Zwölfmonatsbasis liegt der Umsatz bei 3,57 Millionen USD. Die Nettomarge beträgt minus 276 Prozent. Die verfügbare Liquidität beläuft sich auf 1,85 Millionen USD.
Übernahme als Joker — oder weiteres Risiko
Parallel läuft eine geplante Übernahme. Diginex will Resulticks Global Companies akquirieren. Das Unternehmen gibt an, Resulticks erziele rund 150 Millionen USD Jahresumsatz und ein EBITDA zwischen 46 und 50 Millionen USD. Die ursprüngliche Abschlussfrist vom 12. Juni wurde auf den 30. Juni 2026 verlängert. Eine Garantie, dass die Transaktion zustande kommt, gibt es nicht.
Schließt Diginex die Übernahme erfolgreich ab, würde sich die Erlösbasis radikal verändern — und möglicherweise auch die Nasdaq-Compliance neu bewerten lassen. Scheitert der Deal, steht das Unternehmen mit schmaler Liquidität, wachsenden Verlusten und einer laufenden Delisting-Drohung da. Der RSI liegt bei 31,5 — technisch überverkauft, aber das allein löst kein strukturelles Problem.
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