Diginex Aktie: 70 Millionen für Resulticks-Übernahme gesichert

Diginex erhält Finanzierungszusagen über 70 Mio. Dollar für die Übernahme von Resulticks. Der Zusammenschluss bringt einen Führungswechsel und eine deutliche Ausweitung der Verluste mit sich.

Die Kernpunkte:
  • Finanzierung für Übernahme gesichert
  • Resulticks-Aktionäre erhalten 86 Prozent
  • CEO-Wechsel nach Transaktionsabschluss
  • Umsatzplus bei wachsenden Verlusten

Diginex hat die Finanzierung für die milliardenschwere Übernahme von Resulticks abgesichert. Das Unternehmen meldete Finanzierungszusagen privater Investoren über insgesamt 70 Millionen US-Dollar, aufgeteilt in 20 Millionen Dollar Direktinvestment in Diginex und 50 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Resulticks. Damit ist eine zentrale Bedingung für den Zusammenschluss mit dem in Singapur ansässigen KI-Unternehmen erfüllt.

Der Zusammenschluss war bereits vergangenen Freitag mit einer geänderten endgültigen Vereinbarung besiegelt worden. Seither hat sich der Kurs um 4,2 Prozent zurückgebildet. Am gestrigen Dienstag legte die Aktie um 4,5 Prozent auf 1,26 US-Dollar zu, bleibt aber auf Wochensicht mit einem Minus von 22 Prozent deutlich unter Druck.

Über 30 Tage steht dagegen ein leichtes Plus von 2,9 Prozent zu Buche – ein Bild, das die hohe Schwankungsbreite des Titels unterstreicht: Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 120 Prozent.

Neue Führung nach Vollzug der Transaktion

Mit der Übernahme wechselt auch die Kontrolle über das Unternehmen. Resulticks-Aktionäre sollen nach Abschluss rund 86 Prozent des kombinierten Konzerns halten. Redickaa Subrammanian, Mitgründerin von Resulticks, soll nach Vollzug der Transaktion neue CEO von Diginex werden.

Der bisherige Chairman Miles Pelham wird von seinem Posten zurücktreten. Der Führungswechsel markiert das Ende der bisherigen Diginex-Struktur und den faktischen Übergang zu einem von Resulticks dominierten Unternehmen – ökonomisch einer umgekehrten Übernahme gleichkommend.

Parallel zur Absicherung der Finanzierung bereitet Diginex die technische Umsetzung der Transaktion vor. Dazu zählt eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 8-zu-1, mit der der Kurs an den vereinbarten Ausgabepreis von 1,75 US-Dollar pro neuer Aktie angepasst werden soll.

Zusätzlich hat das Unternehmen eine Kapitalerhöhung über 20 Millionen US-Dollar angekündigt: 20 Millionen neue Stammaktien sollen ausgegeben werden, ergänzt um Fünf-Jahres-Optionsscheine mit einem Ausübungspreis von 1,00 US-Dollar je Aktie.

Wachstum bei steigenden Verlusten

Die Finanzierungsfragen treffen auf ein Unternehmen, das operativ noch tief in den roten Zahlen steckt. Im Geschäftsjahr 2026 mit Stichtag 31. März stieg der Umsatz um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar, verglichen mit 2,0 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Der operative Verlust weitete sich jedoch deutlich aus, auf 24,9 Millionen US-Dollar nach 8,3 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich verantwortlich dafür waren M&A-Nebenkosten von 3,7 Millionen US-Dollar sowie aktienbasierte Vergütungen von 5,6 Millionen US-Dollar – beides Posten, die direkt mit der laufenden Transaktion und dem Führungswechsel zusammenhängen.

Neben der Resulticks-Übernahme treibt Diginex auch die Integration früherer Zukäufe voran. Die Akquisitionen von PlanA.earth GmbH, Matter DK ApS und The Remedy Project Limited sollen die ESG-Dateninfrastruktur für institutionelle Kunden erweitern.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Ein wachsendes Kerngeschäft trifft auf massive Verwässerung durch Kapitalmaßnahmen und einen bevorstehenden Kontrollwechsel, dessen Ausgang von der für Oktober terminierten Aktionärsabstimmung abhängt.

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