Diginex Aktie: 70 Millionen USD für Resulticks gesichert
Diginex erhält 70 Mio. USD Finanzierungszusagen für die Resulticks-Übernahme. Die Aktie verliert trotzdem, da Anleger die Transaktion kritisch bewerten.

- Finanzierung für Übernahme gesichert
- 70 Mio. USD von Privatinvestoren
- Aktionäre stimmen im Oktober ab
- Aktie trotz Zusage unter Druck
Diginex hat die Finanzierung für die geplante Übernahme von Resulticks Global Companies unter Dach und Fach gebracht. Private Investoren haben Zusagen über insgesamt 70 Mio. USD bestätigt, um den Zusammenschluss abzusichern. Davon entfallen 20 Mio. USD auf Diginex selbst, 50 Mio. USD fließen direkt an Resulticks.
Die Zusage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kapitalbedarf der Gesellschaft im Zentrum der Anlegerdiskussion steht. Vor gut einer Woche hatte Diginex den geänderten und neu gefassten Kaufvertrag für die 1,05-Milliarden-Dollar-Übernahme unterzeichnet, seither hat die Aktie 3,0 Prozent verloren.
Die frische Finanzierungszusage soll Zweifel an der Durchführbarkeit der Transaktion ausräumen, bevor die Aktionäre am 8. Oktober über die notwendigen Kapitalerhöhungen abstimmen.
Frisches Kapital neben der Fusion
Parallel zur Fusionsfinanzierung hat Diginex eine eigenständige Kapitalmaßnahme über 20,0 Mio. USD angekündigt: 20 Mio. neue Stammaktien sind mit 20 Mio. Warrants mit fünfjähriger Laufzeit und einem Ausübungspreis von 1,00 USD verknüpft. Diese Mittel sind von den nun bestätigten 70 Mio. USD an privaten Finanzierungszusagen zu unterscheiden, decken aber einen Teil davon ab.
Finanziell steht Diginex bislang ohne Schulden da. Durch die Ausübung von IPO-Warrants im abgelaufenen Geschäftsjahr flossen dem Unternehmen 25,4 Mio. USD zu, das Nettovermögen stieg zum 31. März auf 20,3 Mio. USD. Diese Basis erklärt, weshalb Investoren bereit sind, zusätzliches Kapital für die Resulticks-Integration bereitzustellen, statt auf eine Fremdfinanzierung zu setzen.
Der Kurs bleibt unter Druck
Trotz der gesicherten Finanzierung zeigt sich die Aktie angeschlagen. Am Freitag schloss das Papier bei 1,28 USD, ein Plus von 4,1 Prozent auf Tagessicht, doch auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 11 Prozent zu Buche.
Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 31,41 Mio. Euro – ein Bruchteil des Transaktionsvolumens der geplanten Übernahme. Die annualisierte Volatilität von 115 Prozent auf Monatssicht unterstreicht, wie stark die Fusionsnachrichten den Kurs bewegen.
Die Diskrepanz zwischen Marktkapitalisierung und Transaktionsgröße verdeutlicht die Dimension des geplanten Reverse Takeover: Nach Abschluss sollen die bisherigen Resulticks-Aktionäre rund 86 Prozent des kombinierten Unternehmens halten.
Die frische Finanzierungszusage über 70 Mio. USD signalisiert, dass institutionelles Kapital an den Erfolg der Fusion glaubt – die Kursreaktion der vergangenen Woche zeigt jedoch, dass der breite Markt diese Zuversicht noch nicht teilt.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Eine wachsende, aber margenschwache Geschäftsbasis trifft auf eine Übernahme, die das Unternehmen grundlegend verändern und stark verwässern wird. Die gesicherte Finanzierung reduziert das Risiko eines Scheiterns der Transaktion aus Kapitalmangel, ändert aber nichts an der bevorstehenden Neuausrichtung unter neuer Führung.
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