Diginex Aktie: Aktionäre stimmen über Resulticks-Übernahme ab
Für den Resulticks-Erwerb sollen neue Aktien ausgegeben werden; die Aktionäre stimmen am 8. Oktober über die Pläne ab.

- 600 Millionen Aktien für Resulticks-Verkäufer vorgesehen
- Genehmigtes Aktienkapital soll auf 1,3 Milliarden steigen
- Aktionäre entscheiden am 8. Oktober über Kontrollwechsel
- Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10:1 geplant
Wer als Aktionär von Diginex auf eine organische Erholung gehofft hat, wird nun mit einer radikalen Umgestaltung konfrontiert. Das Unternehmen bittet seine Anteilseigner am 8. Oktober um Zustimmung zu einem Vorhaben, das die bisherige Eigentümerstruktur vollständig auf den Kopf stellt. Für mich zeigt sich hier ein Deal, dessen Preis für die bisherigen Anteilseigner kaum höher sein könnte.
Gestern reichte das an der Nasdaq gelistete Unternehmen die entsprechenden Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Im Kern geht es um den vollständigen Erwerb des Unternehmens Resulticks. Bezahlt werden soll dieser Schritt jedoch nicht mit liquiden Mitteln, sondern über die massive Ausgabe neuer Papiere.
Massive Anteilsverwässerung droht
Allein für die Verkäufer von Resulticks sollen 600.000.000 neue Stammaktien geschaffen werden. Um diese Flut überhaupt bewältigen zu können, soll das genehmigte Stammaktienkapital von 495 Millionen auf 1,3 Milliarden Stück anschwellen. Damit geben die bisherigen Eigentümer das Ruder faktisch aus der Hand. Folgerichtig steht bei der außerordentlichen Hauptversammlung auch die formelle Genehmigung eines Kontrollwechsels auf der Tagesordnung.
Doch das ist längst nicht alles. Weitere signifikante Aktienpakete stehen bereits im Raum. Bis zu 40.000.000 Aktien sind für Rhino Ventures vorgesehen. Rund 58.823.530 Anteile sollen im Rahmen einer zusätzlichen Investition fließen, während bis zu 15.000.000 Stücke für einen Transaktionsvermittler reserviert sind.
Aus meiner Sicht grenzt dieses Volumen an eine Entwertung des bestehenden Streubesitzes. Wer bereits engagiert ist, muss zusehen, wie der eigene prozentuale Anteil am Gesamtkonzern auf einen Bruchteil zusammenschrumpft. Zwar bringt ein Zukauf neues operatives Geschäft, aber die Verwässerung erfolgt schlagartig und in enormem Umfang.
Der Schleier der Aktienzusammenlegung
Um den Kurs nach dieser gigantischen Emission optisch zu stützen, plant das Management einen technischen Gegenzug. Unmittelbar nach der Kapitalerhöhung soll eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10:1 greifen. Aus den bis zu 1,3 Milliarden genehmigten Anteilen würden damit 130 Millionen Aktien werden.
Zusammenlegungen dieser Art dienen an US-Börsen häufig dazu, den optischen Kurs über regulatorisch heikle Schwellen zu heben. Für die wirtschaftliche Substanz der Anleger ändert ein solcher Schritt freilich nichts. Er kaschiert lediglich die schiere Masse der neu geschaffenen Papiere.
Gleichzeitig soll der Pool für aktienbasierte Vergütungspläne nach Vollzug des Splits von 5,4 Millionen auf 9,0 Millionen Anteile aufgestockt werden. Während die Altaktionäre eine historische Verwässerung schultern, sichert sich das Unternehmen zusätzliche Spielräume für interne Zuteilungen. Dass der Vorstand die Zustimmung zu sämtlichen Vorschlägen empfiehlt, überrascht vor diesem Hintergrund kaum.
Ein riskantes Manöver für Anleger
Am Markt überwiegt die Skepsis gegenüber dem Vorhaben. Heute notiert die Aktie bei 1,37 US-Dollar, was einem Tagesverlust von 2,1 Prozent entspricht. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 39,18 Millionen Euro erscheint die Dimension der geplanten Transaktion gewaltig.
Bereits am Tag nach der ersten Vertragsunterzeichnung Mitte August sackte das Papier um 14,1 Prozent ab. Der Markt hat sehr früh verstanden, welche Last hier auf die Stammaktionäre zukommt. Das Vertrauen scheint angeschlagen, und die jüngste Kursentwicklung spiegelt die anhaltende Zurückhaltung wider.
Unterm Strich steht Diginex vor einer Zäsur. Sollte die Versammlung am 8. Oktober den Plänen zustimmen, entsteht ein völlig neu formiertes Konstrukt unter veränderter Kontrolle. Für mich überwiegen derzeit klar die Risiken der drastischen Verwässerung. Bis Resulticks beweist, dass es den hohen Preis wert ist, dürfte die Belastung für die bestehenden Aktionäre schwer wiegen.
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