Diginex Aktie: Auch COO Friedman geht
Nach mehreren Abgängen im Management gerät Diginex unter Kursdruck, obwohl der Umsatz um 77 Prozent wuchs und Resulticks vor der Übernahme steht.

- COO Friedman verlässt Diginex
- Jordanova wechselt in Beraterrolle
- Aktie seit CEO-Rücktritt gefallen
- Umsatz steigt um 77 Prozent
Diginex kommt bei seinem Führungsumbau nicht zur Ruhe. Nur wenige Tage nach dem Rücktritt von CEO Lubomila Jordanova am vergangenen Mittwoch hat nun auch COO Jacob S. Friedman seinen Abschied angekündigt. Er verlässt das Unternehmen zum 30. September. Parallel dazu wurde bekannt, dass Jordanova dem Board künftig als Senior Advisor zur Verfügung steht.
Beraterrolle statt Führungsposten
Jordanova bleibt Diginex demnach über eine Vereinbarung mit Rippling Switzerland GmbH verbunden, die vom 1. September 2026 bis zum 28. Februar 2027 läuft. Die Personalie zeigt, dass das Unternehmen trotz des Führungswechsels an der Erfahrung der Gründerin festhalten will, auch wenn sie operativ nicht mehr an der Spitze steht.
Der Umbau an der Spitze geht damit über den reinen CEO-Wechsel hinaus. Interim-CEO Archana Kotecha steht nun vor der Aufgabe, gleich mehrere Schlüsselpositionen neu zu besetzen. Mit Gray Bridges wurde bereits ein neuer Chief Technology Officer ernannt, der die technische Weiterentwicklung der Sustainability-RegTech-Plattform verantworten soll.
Zusätzlich hatte Board-Mitglied Tomicah Tillemann-Dick am 3. September seinen Rückzug aus dem Gremium sowie aus den Ausschüssen für Audit & Risk sowie Nomination & Compensation erklärt.
Kurs unter Druck, operatives Geschäft wächst
Die Häufung an Personalwechseln kommt an der Börse nicht gut an. Seit dem CEO-Rücktritt ist die Aktie um 6,3 Prozent gefallen, zuletzt schloss das Papier bei 1,48 US-Dollar. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 8,6 Prozent zu Buche, die annualisierte Volatilität von 100 Prozent unterstreicht die Nervosität rund um den Titel. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei rund 40,09 Millionen Euro.
Der Kursrückgang steht in auffälligem Kontrast zur operativen Entwicklung: Diginex hatte Mitte August einen Umsatzanstieg von 77 Prozent gemeldet und betont, schuldenfrei zu sein. Das Wachstum resultiert aus dem Ausbau der Sustainability-RegTech-Plattform nach mehreren strategischen Zukäufen. Anleger scheinen dennoch stärker auf die Unsicherheit im Management zu reagieren als auf die operativen Fortschritte.
Resulticks-Übernahme als Hintergrundtreiber
Die Personalwechsel fallen zeitlich mit der geplanten Übernahme von Resulticks zusammen, für die vor rund zwei Wochen ein Nasdaq-Listing-Antrag zur Genehmigung des damit verbundenen Kontrollwechsels eingereicht wurde.
Über eine Aktionärsabstimmung zum zugrunde liegenden Aktienkaufvertrag war ebenfalls bereits vor rund zwei Wochen informiert worden. Beide Ereignisse hatten die Aktie damals um 19,4 Prozent steigen lassen – ein Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich der Markt strategische Nachrichten und Personalunruhe an der Spitze bewertet.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob Kotecha und das neue Führungsteam die Integration von Resulticks trotz der personellen Fluktuation stabil voranbringen können. Belastbare frische Analystenaktionen oder institutionelle Meldungen zur Aktie liegen derzeit nicht vor, sodass die Bewertung der jüngsten Entwicklungen vorerst dem Markt selbst überlassen bleibt.
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