Diginex Aktie: Board-Mitglied Tillemann-Dick tritt zum 3. September ab

Diginex verzeichnet weitere Abgänge an der Spitze, während die Resulticks-Übernahme bevorsteht und die Aktie zuletzt um 18 Prozent zulegte.

Die Kernpunkte:
  • Weiterer Rücktritt im Verwaltungsrat
  • COO-Abgang zum 30. September
  • Aktionärsvotum zur Übernahme am 8. Oktober
  • Diginex-Aktie binnen sieben Tagen 18 Prozent höher

Diginex kommt bei seinem Umbau an der Unternehmensspitze nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt von CEO Lubomila Jordanova Ende August hat nun auch Board-Mitglied Tomicah Tillemann-Dick sein Mandat niedergelegt – mit Wirkung zum 3. September. Er scheidet zugleich aus dem Audit & Risk Committee und dem Nomination & Compensation Committee aus. Als Grund nannte Diginex persönliche Gründe, Meinungsverschiedenheiten mit dem Unternehmen seien nicht Ursache des Schritts.

Der Rückzug fügt sich in eine Serie von Personalveränderungen ein, die das Unternehmen seit Mitte August durchläuft. Bereits am 14. August hatte COO Jacob S. Friedman seinen Rücktritt eingereicht, wirksam zum 30. September.

Kurz darauf übernahm Interims-CEO Archana Kotecha das Ruder, während Graham Bridges als CTO einzog. Parallel reichte Diginex bei der Nasdaq einen Listing-Antrag zum geplanten Kontrollwechsel im Zusammenhang mit der Übernahme von Resulticks Global Companies ein.

Übernahme bleibt der eigentliche Treiber

Hintergrund des gesamten Umbaus ist die im August unterzeichnete Sale-and-Purchase-Agreement zur Übernahme von Resulticks. Über den zugrundeliegenden Aktienkaufvertrag sollen die Aktionäre am 8. Oktober abstimmen – ein Termin, der für den weiteren Kursverlauf entscheidend werden dürfte.

Die Häufung an Personalwechseln lässt sich als Vorbereitung auf diesen Kontrollwechsel lesen: Wer das Unternehmen künftig führt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die Transaktion strukturiert wird und wer sie operativ begleitet.

Für Anleger bedeutet das vor allem Unsicherheit über die Führungskontinuität in einer entscheidenden Phase. Ein Interims-Management, ein scheidender COO und nun ein weiterer Board-Abgang summieren sich zu einem ungewöhnlich hohen Maß an Fluktuation binnen weniger Wochen – kurz vor einer Abstimmung, die über die künftige Ausrichtung des Unternehmens entscheidet.

Aktie bleibt in Kauflaune

Die Börse hat auf die Nachrichtenlage bislang mit Zukäufen reagiert. Auf Sieben-Tage-Sicht steht bei Diginex ein Plus von 18 Prozent, auch wenn der Titel auf Monatssicht mit einem Minus von 7,8 Prozent noch im Rückstand liegt. Der aktuelle Kurs von 1,60 US-Dollar entspricht dem Schlusskurs vom Dienstag – die Aktie hat sich zuletzt also stabilisiert, nachdem sie in den Tagen zuvor kräftig zugelegt hatte.

Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei rund 37,5 Millionen Euro, ein für Nasdaq-Verhältnisse kleiner Wert, der die Aktie entsprechend anfällig für starke Ausschläge macht. Die annualisierte Volatilität von 107 Prozent auf Sicht der vergangenen 30 Tage unterstreicht das: Diginex bewegt sich derzeit in einem Umfeld extremer Schwankungsbreite, wie es für Nebenwerte in laufenden Übernahmeprozessen nicht untypisch ist.

Der RSI von 61,2 signalisiert dabei noch keine Überhitzung, lässt der Aktie also rein technisch weiteren Spielraum nach oben. Fundamental bleibt die Lage aber unübersichtlich: Ohne stabile Führungsspitze und mit einer noch ausstehenden Aktionärsentscheidung dürfte sich die Volatilität bis zum 8. Oktober kaum legen.

Bis dahin entscheidet weniger das operative Geschäft über den Kursverlauf als die Frage, wer Diginex künftig führt – und ob die Aktionäre der Resulticks-Übernahme tatsächlich zustimmen.

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