Diginex Aktie: COO Friedman verlässt Unternehmen

Diginex steigert den Umsatz, bleibt aber tief defizitär. Vor der Resulticks-Abstimmung sorgen mehrere Wechsel im Management für zusätzliche Unsicherheit.

Die Kernpunkte:
  • CTO berufen, COO scheidet aus
  • Board-Mitglied verlässt mehrere Ausschüsse
  • Umsatzplus bei 31,1 Millionen Dollar Verlust
  • Resulticks-Abstimmung für Oktober angesetzt

Während sich Diginex auf die Aktionärsabstimmung zur Resulticks-Übernahme vorbereitet, zieht sich der personelle Aderlass beim Kryptowerte-nahen Unternehmen weiter durch die Führungsebene.

Zum 31. August wurde Graham Bridges als neuer Chief Technology Officer berufen – zeitgleich verlässt Chief Operating Officer Jacob S. Friedman das Unternehmen zum 30. September. Auch Board-Mitglied Tomicah Tillemann-Dick räumt seinen Sitz zum 3. September und scheidet aus dem Audit & Risk Committee sowie dem Nomination & Compensation Committee aus.

Die Aktie notierte am Freitag bei 1,37 US-Dollar und büßte binnen einer Woche 8,7 Prozent ein, auf Monatssicht liegt das Minus bei 15 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 101 Prozent zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.

Zahlen zeigen Wachstum bei tiefroten Verlusten

Die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung liefert wenig Beruhigung. Für das Geschäftsjahr bis Ende März stieg der Umsatz um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar, getragen von den Zukäufen Plan A, Matter und The Remedy Project. Dem steht ein Nettoverlust von 31,1 Millionen US-Dollar gegenüber, das bereinigte EBITDA fiel mit einem Minus von 13,0 Millionen US-Dollar ebenfalls deutlich negativ aus.

Zusätzlich musste das Unternehmen eine Goodwill-Abschreibung von 7,0 Millionen US-Dollar auf die Akquisition Matter verbuchen. Immerhin ist Diginex schuldenfrei, die Barmittel belaufen sich jedoch nur noch auf 4,9 Millionen US-Dollar.

Diese Kombination aus schrumpfender Liquidität und anhaltenden Verlusten wiegt schwerer, wenn sie mit einem gleichzeitigen Umbau des Managements zusammenfällt. Wer künftig die Integration der weitaus größeren Resulticks-Übernahme operativ verantwortet, ist mit dem CTO-Wechsel und dem COO-Abgang zumindest an zwei zentralen Positionen neu zu klären.

Resulticks-Deal bleibt der entscheidende Hebel

Der eigentliche Transformationsschritt für Diginex bleibt die geplante Übernahme von Resulticks. Der im August unterzeichnete Kaufvertrag sieht die Ausgabe von 600 Millionen neuen Diginex-Aktien zu je 1,75 US-Dollar vor, was einer Gesamtkonsideration von 1,05 Milliarden US-Dollar entspricht.

Nach Abschluss würden die bisherigen Resulticks-Anteilseigner rund 86 Prozent der vergrößerten Gesellschaft kontrollieren – Diginex würde damit faktisch zum kleineren Partner in der fusionierten Struktur.

Resulticks selbst bringt für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 150 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 17 Millionen US-Dollar mit, Zahlen, die deutlich über dem stehen, was Diginex derzeit operativ leistet. Genau darin liegt die Attraktivität des Zusammenschlusses aus Anlegersicht: Die profitablere Resulticks-Substanz soll die verlustreiche Diginex-Bilanz künftig tragen.

Die außerordentliche Hauptversammlung zur Genehmigung der Übernahme ist für den 8. Oktober angesetzt, der Abschluss der Transaktion wird bis zum 30. Oktober angestrebt, vorbehaltlich aller Genehmigungen. Bis dahin dürfte der fortlaufende Führungswechsel die Unsicherheit an der Börse hochhalten – die Frage, wer das fusionierte Unternehmen operativ steuert, bleibt bis zur Umsetzung des Deals offen.

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