Diginex Aktie: Resulticks-Deal kostet 1,05 Milliarden
Diginex steigert den Umsatz auf 3,6 Millionen US-Dollar, verbucht aber 31,1 Millionen Verlust und strebt die Resulticks-Übernahme an.

- Umsatzplus auf 3,6 Millionen US-Dollar
- Nettoverlust steigt auf 31,1 Millionen
- Resulticks-Deal über 1,05 Milliarden geplant
- Hauptversammlung entscheidet am 8. Oktober
Diginex hat die Bilanz für das Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 vorgelegt und liefert damit erstmals einen Blick darauf, wie teuer die Übernahmestrategie des Unternehmens wird. Der Umsatz stieg um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar, getragen von Software- und Datenverkäufen sowie ersten Beiträgen der zugekauften Firmen Plan A, Matter und The Remedy Project. Der Nettoverlust wuchs im selben Zeitraum auf 31,1 Millionen US-Dollar.
Wachstum durch Zukäufe, Verlust durch Integration
Der bereinigte EBITDA-Verlust kletterte auf 13,0 Millionen US-Dollar. Als Gründe nennt Diginex höhere Personalkosten, gestiegene Ausgaben für Fusionen und Übernahmen sowie eine Goodwill-Wertberichtigung von 7,0 Millionen US-Dollar für die Tochter Matter.
Die Mitarbeiterzahl hat sich im Jahresverlauf fast verfünffacht: Zum Stichtag 31. März 2026 zählte Diginex 114 Beschäftigte gegenüber 32 ein Jahr zuvor. 79 der 82 zusätzlichen Stellen kamen über Akquisitionen ins Unternehmen.
Auf der Aktivseite zeigt sich der gleiche Effekt. Das Nettovermögen stieg von 4,6 Millionen auf 20,3 Millionen US-Dollar, getrieben vor allem durch Goodwill und immaterielle Vermögenswerte von 44,2 Millionen US-Dollar. Diginex bleibt dabei schuldenfrei und weist einen Kassenbestand von 4,9 Millionen US-Dollar aus. Die Bilanzstruktur macht deutlich: Das Unternehmen wächst derzeit fast ausschließlich über Zukäufe, nicht über organisches Geschäft.
Resulticks als nächster, weit größerer Schritt
Diese Zahlen bilden zugleich den Hintergrund für das mit Abstand größte Vorhaben in der Firmengeschichte. Diginex und Resulticks haben am Mittwoch vergangener Woche eine angepasste Übernahmevereinbarung unterzeichnet, seither hat die Aktie 4,4 Prozent verloren.
Die Übernahme von Resulticks soll rund 1,05 Milliarden US-Dollar wert sein und über die Ausgabe von 600 Millionen neuen Diginex-Aktien zu je 1,75 US-Dollar erfolgen. Resulticks selbst wies für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 150 Millionen US-Dollar und einen Gewinn nach Steuern von 17 Millionen US-Dollar aus, bei einer jährlichen Wachstumsrate von über 60 Prozent seit der Pandemie.
Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen Resulticks-Aktionäre zusammen mit erwarteten neuen Investoren, die 50 Millionen US-Dollar einbringen, rund 86 Prozent am vergrößerten Unternehmen halten.
Zur Finanzierung von Betrieb, Integration und weiterem Wachstum hat sich Diginex zusätzlich private Finanzierungszusagen über 70 Millionen US-Dollar gesichert. Der Vergleich der beiden Zahlenwerke zeigt die Dimension: Resulticks ist nach eigenen Angaben bereits heute ein Vielfaches größer als Diginex und würde das kombinierte Unternehmen finanziell dominieren.
Hauptversammlung als nächste Hürde
Der Vorstand hat für den 8. Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, auf der Aktionäre über die Resulticks-Akquisition, eine Erhöhung des genehmigten Aktienkapitals und eine geänderte Satzung abstimmen sollen. Stichtag für die Stimmberechtigung ist der 14. August. Der Abschluss der Transaktion wird für den 30. Oktober angestrebt.
Am Markt notiert die Aktie aktuell bei 1,25 US-Dollar und damit knapp über dem Vortagesschluss von 1,24 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,1 Prozent, über 30 Tage hat der Titel rund 19 Prozent verloren.
Angesichts der bevorstehenden massiven Verwässerung durch 600 Millionen neue Aktien und der noch ausstehenden Aktionärsabstimmung bleibt der Titel damit ein hochspekulatives Papier, dessen weiterer Kursverlauf eng an den Ausgang der Hauptversammlung im Oktober gekoppelt ist.
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