Diginex: Short-Interesse um 27 Prozent gestiegen

Micro-Cap Diginex übernimmt Resulticks für 1,5 Mrd. Dollar in Aktien. Nasdaq-Druck und steigende Short-Wetten begleiten den Deal.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme von Resulticks für 1,5 Milliarden Dollar
  • Bezahlung erfolgt komplett in Diginex-Aktien
  • Nasdaq mahnt wegen Kurs unter einem Dollar
  • Short-Interesse steigt um 27 Prozent

Ein Unternehmen mit 2 Millionen Dollar Halbjahresumsatz kauft für 1,5 Milliarden Dollar ein. Kein Bargeld fließt — bezahlt wird in eigenen Aktien. Diginex vollzieht einen der ambitioniertesten Konzernsprünge, den ein Micro-Cap-Unternehmen an der Nasdaq derzeit wagt.

Wer kauft wen?

Das Ziel heißt Resulticks: ein Anbieter für KI-gestützte Marketingdaten und Enterprise-Systeme, der im Geschäftsjahr 2025 rund 150 Millionen Dollar Umsatz erzielte — bei einer EBITDA-Marge von 32 Prozent. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der vergangenen fünf Jahre lag bei rund 70 Prozent. Für 2026 peilt Resulticks zwischen 190 und 210 Millionen Dollar an.

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Diginex selbst meldete im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2 Millionen Dollar Umsatz bei einem operativen Verlust von 6 Millionen Dollar. Der Größenunterschied könnte kaum krasser sein. Die Transaktion soll innerhalb der nächsten 30 bis 45 Tage abgeschlossen werden — vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen. Die 1,5 Milliarden Dollar werden vollständig in Diginex-Aktien zu je 1,32 Dollar je Aktie beglichen.

Nasdaq-Deadline erhöht den Druck

Das Timing ist heikel. Die Nasdaq mahnte Diginex am 23. März 2026: Der Schlusskurs lag über 30 aufeinanderfolgende Handelstage unter einem Dollar. Bis zum 21. September 2026 muss das Unternehmen die Mindestnotierungsanforderung wieder erfüllen — sonst droht der Rauswurf vom Nasdaq Capital Market.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte April genehmigten die Aktionäre einen 8-für-1 Reverse Stock Split. Das ist ein klassisches Mittel zur Kurspflege — strukturell löst es die zugrundeliegenden Probleme nicht.

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Das Aktionärsbild sendet gemischte Signale. UBS und Bank of America stockten laut jüngsten Pflichtmeldungen ihre Positionen auf. Quadrature Capital und Millennium Management stiegen im vierten Quartal neu ein, Letzteres mit einer Position von rund 345.000 Dollar.

Parallel dazu stieg das Short-Interesse deutlich: Zum 31. März lagen knapp 2,46 Millionen Aktien leer — ein Zuwachs von 27,1 Prozent gegenüber dem Stand vom 15. März. Nach der Bekanntgabe des Resulticks-Deals schoss die Aktie kurzzeitig um über 50 Prozent nach oben, an einem einzigen Tag wechselten mehr als 71 Millionen Aktien an der Nasdaq den Besitzer. Seitdem hat sich die Bewegung wieder beruhigt.

Strategie dahinter

Neben der Resulticks-Übernahme bündelt Diginex sein bisheriges Kerngeschäft — Carbon Accounting, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Lieferkettentransparenz und menschenrechtliche Sorgfaltspflicht — in einem einheitlichen technologischen Rahmen. Das Ziel: Einzellösungen zu einem kohärenten System zusammenzuführen.

Ob die Strategie aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, ob der Resulticks-Deal wie geplant in den nächsten Wochen über die Ziellinie kommt — und ob der Reverse Split reicht, um die Nasdaq-Frist im September zu überstehen.

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