DoorDash Aktie: Instacart-Deal wird konkreter

Der mögliche Instacart-Erwerb würde DoorDashs Barmittel übersteigen; Finanzierung und Abschluss der Gespräche sind noch offen.

Die Kernpunkte:
  • Instacart mit rund 17 Milliarden Dollar bewertet
  • DoorDashs liquide Mittel reichen nicht aus
  • Bernstein nennt Schulden, Barmittel oder Aktien
  • DoorDash-Umsatz im zweiten Quartal um 36 Prozent gestiegen

Ein Zukauf in Milliardenhöhe, ein belasteter Aktienkurs und eine Frage der Finanzierung: DoorDash steht offenbar kurz vor der größten Übernahme der Firmengeschichte. Fortgeschrittene Gespräche über den Kauf von Instacart sollen einen Abschluss ab dem 28. Oktober möglich machen. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht.

Was über den Deal bekannt ist

Instacart würde mit rund 17 Milliarden Dollar bewertet. Vor den ersten Gerüchten lag der Börsenwert bei etwa 13 Milliarden Dollar, der Aufschlag beträgt demnach mehr als 30 Prozent. Die Gespräche können noch scheitern. Verhandlungen zwischen Instacart und Uber sind offenbar nicht mehr aktiv.

Für DoorDash wäre der Kaufpreis ein gewaltiger Brocken, er entspräche knapp einem Viertel des eigenen Börsenwerts von rund 73 Milliarden Dollar. Die liquiden Mittel von 4,42 Milliarden Dollar reichen dafür nicht aus. Bernstein sieht eine Finanzierung über Schulden, Barmittel oder Aktien und zeigte sich überrascht vom Tempo, da man den Deal zunächst für unwahrscheinlich gehalten hatte.

Strategische Logik und Marktreaktion

Wedbush hält den Zusammenschluss für sinnvoll. Instacart verliere Geschäft an Walmart und Amazon, gemeinsam könne man den Handelsriesen besser Paroli bieten. Offen bleiben Überschneidungen bei Produkten und Händlern sowie der Umgang mit der Marke Instacart. Erheblichen regulatorischen Widerstand erwartet das Haus nicht.

Die Börse reagierte zweigeteilt. DoorDash verlor am Montag 6,1 Prozent auf 168,44 Dollar, erholte sich am Dienstag zeitweise auf 172,71 Dollar. Seit Jahresbeginn steht die Aktie rund 26 Prozent im Minus, belastet von Konsumsorgen und KI-bedingten Umbrüchen. Maplebear, die Instacart-Mutter, legte am Montag knapp 8 Prozent auf 60,88 Dollar zu. Ein Zukauf müsste also ein Papier stützen, das bislang unter Druck steht.

Operativ liefert DoorDash Rückenwind: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 36 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar, die Rentabilität je Bestellung verbesserte sich deutlich.

Konkrete Antworten könnte der 4. November bringen. Dann legt DoorDash nach Börsenschluss die Zahlen zum dritten Quartal vor, und das Management könnte zu Strategie und Finanzierung Stellung nehmen.

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