Dow Jones: Fed lässt Zinssenker warten
Die US-Notenbank hält den Leitzins unverändert, enttäuscht damit die Märkte und schickt den Dow Jones auf Talfahrt.

- Leitzins bleibt bei 3,50 bis 3,75 Prozent
- Dow Jones verliert 1,53 Prozent
- Caterpillar und Goldman Sachs stark gefallen
- Deutsche Inflationsdaten verstärken Zinssorgen
Kevin Warsh hatte eine Kehrtwende versprochen. Stattdessen hält die Fed am Mittwoch die Zinsen ein zweites Mal in Folge unverändert – und der Dow Jones quittiert das mit einem deutlichen Rücksetzer.
Der Leitzins bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Das Abstimmungsergebnis von 9 zu 3 zeigt aber, wie groß die Unruhe im Offenmarktausschuss inzwischen ist. Seit fünf Jahren liegt die US-Inflation über dem Zielwert von 2 Prozent, und Warshs Ankündigung, dagegen vorzugehen, blieb damit zum zweiten Mal ohne Konsequenz.
Verlierer dominieren die Kurstafel
Der Dow Jones rutschte auf 51.978,03 Punkte ab, ein Minus von 1,53 Prozent. Besonders hart traf es Caterpillar mit einem Rückgang von 6,62 Prozent, dazu kamen kräftige Verluste bei Goldman Sachs und Boeing. Auch Nvidia, sonst eher ein Wachstumswert außerhalb des Index-Schwergewichts, geriet mit einem Minus von 2,47 Prozent unter Druck.
Nicht alle Werte folgten dem negativen Trend. Salesforce legte um 4,37 Prozent zu, Visa und Chevron blieben ebenfalls im Plus. Die Gegenbewegung bei diesen Einzelwerten reichte aber nicht, um die breite Schwäche im Index auszugleichen – zu stark wiegen die zyklischen Verlierer wie Caterpillar und Boeing.
Inflationsdaten aus Deutschland als zusätzliches Störfeuer
Parallel zur Fed-Entscheidung meldeten mehrere deutsche Bundesländer für Juli spürbar höhere Inflationsraten, mit Jahreswerten zwischen 2,5 und 2,8 Prozent nach zuvor 2,1 bis 2,5 Prozent. Für Gesamtdeutschland rechnen Volkswirte mit einem Anstieg auf etwa 2,7 Prozent. Das unterstreicht, dass der Inflationsdruck kein rein amerikanisches Phänomen ist – ein Umstand, der die Zinssorgen an den globalen Märkten zusätzlich nährt.
Für den Dow Jones bleibt die Gemengelage aus hartnäckiger Inflation und einer zögerlichen Notenbank die zentrale Belastung. Die nächste Gelegenheit zur Neubewertung bietet die Veröffentlichung der offiziellen deutschen Verbraucherpreisdaten am Nachmittag – sie dürfte zeigen, ob sich der Preisdruck in Europa tatsächlich verfestigt.
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