Dow Jones: Schwache Daten, starke Kurse

Trotz rückläufiger Arbeitsmarktdaten und Industrieaufträgen legt der Dow Jones zu. Eine starke Boeing-Kursrally stützt den Index.

Die Kernpunkte:
  • Offene Stellen sinken im Juni
  • Industrieaufträge enttäuschen Erwartungen
  • Boeing-Aktie springt um 7,3 Prozent
  • Handelsdefizit schrumpft überraschend

Schwache Konjunkturzahlen, aber ein Index, der trotzdem Gas gibt: An diesem Dienstag zeigt sich einmal mehr, wie wenig sich die Wall Street derzeit von enttäuschenden Makrodaten beirren lässt. Während die US-Wirtschaft an mehreren Fronten Schwächezeichen sendet, treibt eine Kursrally bei Boeing den Dow Jones nach oben.

Arbeitsmarkt und Industrie schwächeln

Die Zahl der offenen Stellen in den USA sank im Juni auf 7,359 Millionen, deutlich unter dem Mai-Wert von 7,537 Millionen. Freiwillige Kündigungen und Entlassungen legten dagegen beide leicht zu – ein Muster, das auf einen Arbeitsmarkt hindeutet, der langsam an Dynamik verliert.

Auch bei den Industrieaufträgen hakt es. Der Auftragseingang schrumpfte im Juni um 0,3 Prozent, während Volkswirte mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet hatten. Ohne den schwankungsanfälligen Transportsektor sanken die Bestellungen um 0,4 Prozent, während die als Investitionsbarometer geltenden Aufträge für zivile Güter ohne Flugzeuge um 1,2 Prozent zulegten.

Einen Lichtblick lieferte die Handelsbilanz. Das Defizit schrumpfte auf 73,26 Milliarden Dollar, nach revidiert 77,65 Milliarden im Vormonat – etwas besser als die von Ökonomen erwarteten 72,90 Milliarden. Exporte und Importe gingen beide zurück, die Einfuhren mit minus 1,8 Prozent aber deutlich stärker als die Ausfuhren mit minus 0,9 Prozent.

Boeing führt die Gewinnerliste an

Von der schwächelnden Konjunktur ließ sich der Dow Jones zuletzt kaum bremsen. Am Montag zählte der Index zu den stärksten Gewinnern der vergangenen Handelstage – angeführt von einem kräftigen Sprung bei Boeing:

  • Boeing: +7,30 Prozent (Monatsbilanz: -4,69 Prozent)
  • Microsoft: +5,17 Prozent (Monatsbilanz: +25,07 Prozent)
  • Amazon: +4,49 Prozent (Monatsbilanz: +17,36 Prozent)
  • Nvidia: +3,78 Prozent (Monatsbilanz: +3,07 Prozent)
  • Sherwin-Williams: +3,55 Prozent (Monatsbilanz: -3,15 Prozent)

Gegen den Trend stemmte sich einzig Merck & Co, der Wert verlor 2,14 Prozent. Die Divergenz zwischen dem angeschlagenen Pharmawert und den kräftigen Kursgewinnen bei Boeing, Microsoft und Amazon zeigt, wie unterschiedlich einzelne Indexmitglieder derzeit auf die Nachrichtenlage reagieren.

Die Gemengelage bleibt widersprüchlich: Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt und schwächere Industrieaufträge stehen einem Index gegenüber, der von Einzelwerten wie Boeing getragen wird. Wie belastbar diese Divergenz ist, dürfte sich zeigen, sobald die nächsten Konjunkturdaten das Bild schärfen.

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