Draegerwerk Aktie: 14,2 Millionen Euro Zollrückerstattung
Drägerwerk hebt EBIT-Marge-Prognose dank unerwarteter Zollrückerstattungen an. Analysten reagieren mit Kurszielerhöhung.

- EBIT-Marge-Prognose auf 6-8% erhöht
- Zollrückzahlungen von 14,2 Mio. Euro erhalten
- Operatives Ergebnis im ersten Halbjahr verdreifacht
- Aktienkurs seit Jahresbeginn um 38,6% gestiegen
Der Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk blickt nach einem starken ersten Halbjahr und unerwarteten Sondereffekten deutlich optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen hob am vergangenen Dienstag seine Prognose für die EBIT-Marge zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen an. Auslöser für die Korrektur nach oben sind unter anderem umfangreiche Rückzahlungen im Bereich der Zollabwicklung.
Außerordentliche Erträge treiben die Marge
Laut einer Mitteilung von Dräger IR flossen dem Unternehmen im Juli zusätzliche Zollrückerstattungen inklusive Zinsen in Höhe von rund 14,2 Millionen Euro zu. Dieser Einmaleffekt soll im dritten Quartal 2026 ergebniswirksam verbucht werden. Bereits Mitte Juli hatte der Konzern über einen Zufluss von 7,8 Millionen Euro im zweiten Quartal berichtet. Für die Zukunft hält das Management zudem weitere Rückzahlungen zwischen 7 Millionen Euro und 9 Millionen Euro für möglich.
Infolgedessen erwartet Drägerwerk nun eine EBIT-Marge für das Gesamtjahr 2026 in einer Spanne von 6,0 bis 8,0 Prozent. Zuvor war das Unternehmen von 5,5 bis 7,5 Prozent ausgegangen, nachdem das Ziel bereits am 13. Juli von einem ursprünglichen Korridor zwischen 5,0 und 7,5 Prozent angehoben worden war. Die wiederholte Anpassung verdeutlicht, wie stark die außerordentlichen Erträge die Profitabilität des Konzerns stützen.
Operative Entwicklung und Segmentdynamik
Abseits der Sondereffekte zeigt auch das operative Geschäft eine positive Tendenz. Wie dpa-AFX berichtet, konnte Drägerwerk sein operatives Ergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr 2026 auf ca. 64 Millionen Euro verdreifachen, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 20,4 Millionen Euro erzielt wurden. Der währungsbereinigte Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 7,7 Prozent auf rund 1.603 Millionen Euro.
Die Nachfragesituation in den einzelnen Sparten stellt sich jedoch unterschiedlich dar. Während das Segment Sicherheitstechnik im zweiten Quartal 2026 ein deutliches Plus beim Auftragseingang von fast 20 Prozent verzeichnete, sank dieser in der Medizintechnik um etwa 12 Prozent. Das Unternehmen begründet den Rückgang in der Medizinsparte mit einem hohen Basiseffekt durch einen Großauftrag aus Mexiko im Vorjahr. Insgesamt belief sich der Auftragseingang im zweiten Quartal auf rund 883 Millionen Euro.
Analysten reagieren positiv auf die Entwicklung
Die jüngsten Erfolgsmeldungen finden auch bei Experten Anklang. Das Analystenhaus mwb research hat am vergangenen Mittwoch sein Kursziel für die Vorzugsaktien von Drägerwerk von 113,00 Euro auf 114,00 Euro angehoben und die Einstufung „KAUFEN“ bestätigt. Die Experten würdigen damit die verbesserte Ertragslage des Unternehmens.
An der Börse wird diese Entwicklung ebenfalls honoriert. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 38,58 % zulegen. Der Schlusskurs vom vergangenen Freitag lag bei 95,90 €, womit der Wert nur noch rund 3,13 % von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt notiert.
Zusätzliche Unterstützung für den Aktienkurs könnte das laufende Rückkaufprogramm bieten. Seit Anfang Juli kauft Drägerwerk eigene Vorzugsaktien über den Kapitalmarkt zurück, um das Mitarbeiteraktienprogramm 2026 zu bedienen. Diese Maßnahme soll voraussichtlich bis zum 18. November 2026 fortgeführt werden. Am kommenden Donnerstag wird das Unternehmen den vollständigen Halbjahresfinanzbericht vorlegen und weitere Details in einer Analysten-Telefonkonferenz erläutern.
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