Drägerwerk: Kein guter Tag für Aktionäre

Der Anbieter von Sicherheits- und Medizintechnik Drägerwerk präsentierte gestern Abend die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 und hatte darüber hinaus noch eine schlechte Nachricht für die Aktionäre im Gepäck.

 

© Pixabay
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Das Unternehmen gab bekannt, dass man auf der im April stattfindenden Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von nur 0,13 Euro je Stammaktie und 0,19 Euro je Vorzugsaktie beschließen will. Der Konzern sieht sich aufgrund der enttäuschenden Ergebnisentwicklung und der anhaltenden Restrukturierung zu diesem Schritt gezwungen. Damit würden dann auch die Aktionäre einen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten.

 

Anleger strafen die Aktie ab

Denen jedoch scheinen diese Pläne gar nicht zu gefallen. In der Folge wurde die Aktie mit einem Abschlag von mehr als 11% an der Frankfurter Börse deutlich abgestraft und das, obwohl der Kurs ohnehin schon am Boden liegt. Damit scheint ein neuer Tiefstand erreicht.

 

Drägerwerk verzeichnet Gewinneinbruch

Nach vorläufigen Zahlen lag der Umsatz bei Drägerwerk im vergangenen Geschäftsjahr bei 2,61 Mrd. Euro und damit 7,2% über dem des Vorjahres. Das EBIT liegt voraussichtlich bei ca. 67 Mio. Euro nach 179 Mio. Euro im Vorjahr. Die entsprechende Marge sank von 7,3% auf 2,6%. Negativ wirkten sich hier Wechselkursveränderungen aus. Letztlich lag der Konzern jedoch hinsichtlich Umsatz und EBIT-Marge im Rahmen der vom Unternehmen im Juli gesenkten Prognose.

 

Auftragseingänge rückläufig

Bezogen auf das vierte Quartal stieg der Umsatz um 7,2% auf 825 Mio. Euro. Das EBIT sank um 32% auf rund 66 Mio. Euro. Rückläufig entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser sank um 5,2%, was zu einem Auftragsbestand von rund 70 Mio. Euro zum Jahresende führte und damit unter dem Niveau des Vorjahres. Folglich rechnet Drägerwerk auch mit einer verhaltenen Umsatzentwicklung für das laufende Quartal.

Insgesamt sind im Jahresergebnis Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 35 Mio. Euro enthalten. 30 Mio. Euro hiervon wurden im vierten Quartal ergebniswirksam. Für dieses und nächstes Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit weiteren Aufwendungen für Restrukturierungen von rund 10 Mio. Euro p. a.

Am 09. März will der Vorstand die endgültigen Zahlen präsentieren und zugleich auch Details für das laufende Effizienzprogramm bekannt geben.

 

Aktie weiter in der Verlustzone

Dem Markt fehlt es hier offensichtlich weiterhin an Vertrauen, was auch nachzuvollziehen ist. Dieses zurückzugewinnen wird ein hartes Stück Arbeit für den Konzern werden. Bis dahin wird sich der Kurs der Aktie auch nicht entschieden erholen können.

160203 Drägerwerk

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