Drägerwerk mit Gewinnwarnung – fängt sich die Aktie wieder?

Der Name Drägerwerk steht für Sicherheits- und Medizintechnik. Die Produkte des Unternehmens finden Anwendung in Industrie, Bergbau, aber auch in Kliniken, bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst.

 

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Bereits im 1. Quartal enttäuschte der Konzern die Anleger. Obwohl das Auftaktquartal erfahrungsgemäß zu den schwach verlaufenden gehört, rechnete der Markt hier doch mit deutlich besseren Resultaten. Rote Zahlen prägten jedoch die ersten drei Monate.

 

2. Quartal besser als der Jahresauftakt

Im Vergleich hierzu präsentierte sich nach vorläufigen Zahlen das 2. Quartal schon besser. Danach legte der Auftragseingang um 10,3% zu. Der Umstieg stieg um 13,2% auf 634 Mio. Euro. Währungsbereinigt kletterte der Auftragseingang um 4,4% und der Umsatz um 6,8%.

Die Sparte Medizintechnik verbuchte einen Anstieg der Aufträge um 11,3%. Der Umsatz stieg um 14,5%. In der Sparte Sicherheitstechnik gingen die Aufträge um 8,5% nach oben und der Umsatz stieg um 11%.

Das EBIT lag damit bei 21,7 Mio. Euro nach 15 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Damit wurde eine EBIT-Marge von 3,4% nach 2,7% im Vorjahresquartal erreicht.

 

Profitable Märkte schwächeln

Bezogen auf das 1. Halbjahr konnte Drägerwerk damit einen Umsatzzuwachs von 9,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen. Das erwirtschaftete EBIT lag mit 22,7 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres mit 34 Mio. Euro. Auch die EBIT-Marge sank demzufolge von zuvor 3,2% auf aktuell 1,9%.

Grund hierfür war vor allem die Geschäftsentwicklung in den Regionen Asien-Pazifik und Amerika, beides besonders profitable Märkte. Insbesondere nahm die Nachfrage aus China und den USA deutlich ab, wobei Drägerwerk hier auch für das 2. Halbjahr keine deutliche Erholung in Aussicht stellte.

Zugleich musste das Unternehmen eine Produktmixverschiebung hin zu margenschwächeren Produkten verbuchen. Dadurch neutralisierten sich auch positive Währungseinflüsse. Durch hohe Kostenpositionen im Dollar wirkte sich der schwache Euro kaum positiv auf die EBIT-Marge aus.

 

Drägerwerk kappt Prognose

Infolge dieser Geschäftsentwicklung passte der Vorstand von Drägerwerk die bisherige Prognose entsprechend an. Hinsichtlich des Umsatzes blieb man bei den Erwartungen von einem Wachstum zwischen 2 bis 5%.

Allerdings geht das Unternehmen davon aus, dass die Bruttomarge nicht das Niveau des Vorjahres erreichen wird. Die Erwartungen für die EBIT-Marge wurde daher auf 5 bis 7% gesenkt, nachdem zuvor noch 6 bis 8% in Aussicht gestellt wurden.

 

Kurseinbruch als Folge

Der Markt reagierte regelrecht entsetzt. Im bisherigen Tagesverlauf büßte die Aktie von Drägerwerk bereits um mehr als 10% ein. Damit nähert sich der Wert der nächsten Unterstützung bei 88,31 Euro und es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Linie durchbrochen werden wird.

Die nächste deutliche Unterstützung liegt dann erst bei 85,00 Euro. Geht es bis dahin weiter abwärts, wäre die gesamte Performance der Aktie in diesem Jahr wieder zunichte. Uneinig über die weitere Entwicklung sind aber auch die Analysten.

Drägerwerk

Die Experten der Berenberg Bank beließen die Einstufung auf Kaufen, senkten das Kursziel jedoch auf 125 Euro. Obwohl sichtbar sei, dass der Markt bereits an der Glaubwürdigkeit von Drägerwerk zweifelt, sieht man hier das Abwärtspotenzial der Aktie als begrenzt an. Anders die Analysten der DZ-Bank, welche ihre Einschätzung weiterhin auf Halten behielten bei einem Kursziel von 105 Euro.

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